Montag, 26. Juni 2017

[Rezension] Nemesis - Geliebter Feind von Anna Banks

Titel: Nemesis – Geliebter Feind
Reihe: Nemesis
Band: 1
Autor: Anna Banks
Genre: Romantasy
Erscheinungsdatum: 13.07.2017
Seiten: 432
Verlag: cbt
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-570-31142-4
Originalpreis: 12,99€

Klappentext: 
Prinzessin Sepora ist auf der Flucht: Ihr Vater will sich mithilfe ihrer einzigartigen Gabe zum Herrscher über alle fünf Königreiche aufschwingen. Um das zu verhindern, taucht sie im verfeindeten Theoria unter, wo sie unfreiwillig als Dienerin am Königshof landet. Prompt verliebt sie sich in den jungen, smarten König Tarik – und steht schon bald vor einer folgenschweren Entscheidung: Ist sie bereit, ihren Gefühlen nachzugeben und Tarik die Wahrheit über ihre Herkunft zu verraten? 

Meinung: 
Manch einer kennt Anna Banks vielleicht von der „Blue Secrets“-Reihe. Mit diesem Band startet sie jedenfalls den Auftakt zu einer neuen Reihe mit einer gänzlich anderen Geschichte. Während das Cover ziemlich nichtssagend ist – zumindest ist das Englische auch nicht viel besser –, verspricht die Kurzbeschreibung eine romantische Geschichte im Fantasysetting, die möglicherweise das ein oder andere Klischee beinhaltet und mehr seicht als tiefgründig ist.

Wie sehr ich mich dabei getäuscht habe. Zwar richtet sich die Handlung eindeutig an eine jugendliche Zielgruppe, aber dennoch kann sie auch erwachsene Leser fesseln. Mit dem Anfang muss man etwas Geduld haben, denn der Einstieg ist langsam, dafür aber zielgerichtet und bietet viele Hintergrundinformationen, die die Welt sehr bildlich beschreiben. Es gibt im Laufe des Romans vor allem viele politische Überlegungen, was natürlich daran liegt, dass die Hauptcharaktere königliche Pflichten haben. Dabei sind die Themen durchaus ernst und vor allem Sepora muss oft mit ihrem Gewissen kämpfen. Die Entwicklungen sind dabei manchmal vorhersehbar, aber meistens sehr interessant. Wer wiederum eine kitschige Liebesgeschichte erwartet, wird nicht enttäuscht. Allerdings ist diese ziemlich gut ausgearbeitet und wird nicht übereilt dargestellt. Das Ende war dann tatsächlich etwas unerwartet, aber irgendwie auch passend und macht neugierig auf den zweiten Band.

 Mit den Charakteren konnte ich mir überraschend gut anfreunden. Sepora ist eine starke Protagonistin, zwar manchmal naiv, aber nie weinerlich oder anstrengend. Stattdessen weiß sie, was sie will und was nicht. Sie weiß, wer sie ist. Und sie ist vor allem sehr schlau, was durchaus erfrischend ist. Tarik wiederum hat das Herz am rechten Fleck und ist ein wirklich vorbildlicher König, der allerdings vor vielen Zwickmühlen steht und trotzdem seinen Humor nicht verliert. Zusammen sind die beiden ein sehr starkes Protagonistenpärchen, das zu überzeugen weiß. Auch die anderen Charaktere wirken sympathisch und glaubwürdig. Zwar lernt man viele nur grob kennen, da Sepora und Tarik im Vordergrund stehen, aber man bekommt doch einen guten Eindruck.

Banks Schreibstil ist sehr bildlich. Man hat die Szenerie ständig vor Augen und dafür braucht es gar keine ausschweifenden Beschreibungen. Stattdessen schreibt die Autorin sehr handlungsgetrieben. Dadurch las sich der Roman schnell und flüssig weg, auch wenn an der ein oder anderen Stelle noch ein paar Fehler im Text zu finden waren. Gerade für ein Jugendbuch ist der Schreibstil ideal. Etwas gewöhnungsbedürftig könnte eventuell die Perspektivwahl sein, da Sepora aus der Ich-Perspektive erzählt, Tarik wiederum aus der dritten Person.

Eigentlich habe ich etwas Anderes erwartet. Ich dachte tatsächlich, dass dieser Fantasy-Roman zwar gute Unterhaltung bietet, aber nicht wirklich mehr. Und genau da habe ich mich geirrt. Gerade die politischen Probleme von Theoria und Serubel werden wirklich gut hervorgehoben und in den Vordergrund der Geschichte gestellt. Ja, die Liebesgeschichte zwischen Sepora und Tarik hat auch einen hohen Stellenwert, wird aber sehr sanft eingeflochten und gewinnt erst spät an Dominanz. Auch das Ende hält in der Hinsicht eine Überraschung bereit. Gerade auf den letzten hundert Seiten war ich absolut gefesselt und bin sehr gespannt, wie der zweite Band die Geschichte wohl fortsetzen wird.

Fazit:
„Nemesis – Geliebter Feind“ bietet nicht unbedingt nur für jugendliche Leser eine interessante Fantasygeschichte, sondern zeigt mit seinem politischen Plot durchaus Tiefe.

Inhalt: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 5/5
Schreibstil: 4/5

Gesamt: 

Dienstag, 20. Juni 2017

[Aktion] Gemeinsam Lesen #050


Diese Aktion leiten Summi und Naddlpaddl von Schlunzen-Bücher. Jeden Dienstag stellt man das Buch vor, das man aktuell liest und beantwortet noch eine zusätzliche Frage.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du? 

Gerade lese ich "Nemesis - Geliebter Feind" von Anna Banks und bin auf S. 7. Ein Klick aufs Cover führt euch zur Verlagsseite.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite? 
Wenn ich nicht so ein Feigling wäre, würde ich von Nunas Rücken springen und mich absichtlich in die Felsen des Unterlands stürzen.
 3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Na, das klingt doch nach einem netten Anfang. Ich starte frisch in das Buch und bin schon sehr gespannt. Ich muss ja zugeben, dass ich für diese Art von Plot eigentlich eine Schwäche habe, aber mal sehen, ob die Umsetzung mich auch überzeugen kann. Es hat jedenfalls ein bisschen was von der Prinzessin mit dem goldenen Stern. Da mich meine letzte Romantasy-Entdeckung durchaus gut unterhalten konnte, wage ich mich mal etwas weiter in dieses Genre hinein.

4. Empfehle uns das Buch, das deiner Meinung nach jeder gelesen haben sollte (nur eins!)

Na, das ist ja wirklich keine leichte Aufgabe. Eigentlich drängt sich mir da eine ganz bestimmte Buchreihe auf, die vermutlich auch auf mehreren anderen Blogs vertreten sein wird. Und eigentlich halte ich es auch für wichtig, sie gelesen zu haben, gerade weil sie mir selbst sehr viel von meiner Identität gegeben hat, aber sollte jeder die Reihe (oder ein Buch daraus) gelesen haben? Nicht notwendigerweise, auch wenn ich das dann über quasi jedes andere Buch auch sagen müsste. Ich könnte jetzt reihenweise Bücher aufzählen, die ich liebe und anderen unbedingt ans Herz legen möchte. Aber ich finde, ein Buch, dass jeder gelesen haben sollte, sollte auch einen gewissen literarischen oder gesellschaftlichen Wert haben. Gesellschaftskritisch sein am besten. Ich habe da jetzt auch durchaus noch ein oder zwei andere Bücher im Kopf, aber da ich eines nennen möchte, dass sich einer möglichst großen Zielgruppe erschließt, wird es die nahezu ironische Wahl: Der Marsianer von Andy Weir. Vielleicht hype ich das Buch aktuell auch einfach zu sehr, aber es beschäftigt sich mit Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft, Vergänglichkeit, Schuldgefühlen, dem Überlebenskampf unter nahezu unmöglichen Bedingungen,... Vielleicht wäre meine Wahl in einem Jahr eine andere, aber dieses Buch ist definitiv großartig und auf seine Art einzigartig. 

Montag, 19. Juni 2017

[Rezension] Spur des Feuers von Patricia Briggs

Titel: Spur des Feuers
Reihe: Mercy Thompson
Band: 9
Autor: Patricia Briggs
Genre: Urban Fantasy
Erscheinungsdatum: 13.06.2017
Seiten: 448
Verlag: Heyne
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-453-31832-8
Originalpreis: 9,99€

Kurzbeschreibung: 
Mercy Thompsons neuester Auftrag beginnt harmlos: Sie und ihr Gefährte Adam sollen einen randalierenden Troll zur Vernunft bringen. Doch dann finden sie dabei einen seit Langem vermissten Jungen – einen Jungen, der einst von den Fae entführt wurde. Plötzlich droht die ohnehin schon angespannte Situation zwischen den Menschen und den Fae völlig zu eskalieren, und die Tri-Cities stehen vor einem Bürgerkrieg. Um das Schlimmste zu verhindern, nehmen Mercy und Adam den Jungen in ihrem Rudel auf – nicht ahnend, dass ihr Schützling eine dunkle Gabe hat ... 

Meinung: 
Auch mit dem neunten Band der Urban Fantasy-Reihe ist noch lange nicht Schluss. Passend zu den letzten Bänden der Reihe hält sich auch wieder das Cover. Der Klappentext im Internet ist meiner Meinung nach eine Zumutung – wieso überhaupt unterschiedliche Texte auf Buch und Verlagsseite? Aber sei’s drum. Wer die Reihe bis zum achten Band verfolgt hat, wird sich vermutlich nicht durch den Klappentext abbringen lassen.

Und ansonsten geht es auch wieder so munter weiter wie bisher. Auch hier lässt Action, die einem um die Ohren fliegt, nicht lange auf sich warten und so findet man sich ganz schnell zwischen Trollkämpfen, Ränkeschmieden, politischem Prozedere und dem üblichen Humor, für den Briggs bekannt ist, wieder. Dabei hat jede Szene wieder ihre Relevanz und als zum Beispiel der neue Werwolf im Rudel, Sherwood Post, erwähnt wird, ahnt man bereits, dass es nicht nur bei der namentlichen Erwähnung bleibt, sondern der Charakter noch eine tiefere Bedeutung bekommt.

Wie bisher auch konzentriert sich auch dieser Band wieder vor allem auf die Fae und dabei vor allem auf ihre Verbindung zu Mercys Rudel. Da warten durchaus ein paar Überraschungen auf den Leser. Bei beiden war ich erst einmal entsetzt, aber immerhin geschieht dadurch eine Entwicklung, die vor allem bei letzterem Schockmoment absolut notwendig war. Diesmal bleiben die Werwölfe fast alle leider überwiegend im Hintergrund. Aber dafür hat Mercy mit anderen alten Bekannten zu tun, über die wir dafür endlich mal etwas mehr erfahren. Nicht viel zwar, aber hey …langsam ernährt sich das Eichhörnchen, nicht wahr?

Diesmal war es mir allerdings fast ein wenig zu viel Politik und zu wenig Mercy. Ja, sie bekommt wieder ihre Auftritte, aber diesmal hat man das Gefühl, dass sie von allen manipuliert und gelenkt wird. Damit konnte ich mich nicht richtig anfreunden. Aber wenn es um die Fae geht, hat man ja ohnehin immer das Gefühl, dass sie etwas wollen und es über die ein oder andere Ecke dann auch bekommen. Nichtsdestotrotz kann man sich eigentlich nicht beschweren. Dieser Band spielt zwar eher im Mittelfeld der bisherigen Reihe mit, aber diese ist in ihrer Gesamtheit ohnehin sehr gut ist.

Ein Manko gibt es aber doch noch, dass ich einfach nicht unerwähnt lassen kann: Himmel, hat dieser Roman viele orthografische und grammatikalische Fehler. Wir erinnern uns vielleicht, dass im Vorband Ariana kurzzeitig zu Adriana wurde? Nun, Aiden wird hier in Folge mehrerer aufeinanderfolgender Sätze auch mal Aidan genannt. Ja, das kann passieren, aber hier verschmelzen auch noch Ausdrücke und Kasus werden falsch genutzt. Leider fiel das sehr stark auf.

Aber ansonsten war auch der neunte Band der Reihe wieder ein angenehmes Leseerlebnis und es gab wieder ein paar Charaktere, mit denen ich besonders sympathisieren konnte – ich sage nur Baba Yaga. In alter Manier wird einem wieder eine zutiefst verwickelte Geschichte präsentiert, die sich erst nach und nach lösen lässt.

Fazit:
„Spur des Feuers“ zeigt mit dem Titel den thematischen Schwerpunkt des Reihenbandes, der in typischer Mercy-Art daherkommt. Action, Humor, politische Fallstricke und Verhandlungen, liebevolle Charakterisierungen und sogar Brownies werden einem hier geboten.

Inhalt: 5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Schreibstil: 4/5

Gesamt:

Samstag, 17. Juni 2017

[Neuzugänge] #022 - Die fantastischen Vier

Auch Bücher haben ihr Erlebtes, das ihnen nicht entzogen werden kann.
– Johann Wolfgang von Goethe

Diesmal bin ich reinen Gewissens: keine Buchkäufe, jedenfalls noch nicht, was aber mehr an der Verschiebung von Erscheinungsdaten als an mir liegt. Dafür kann ich euch aber ein paar Rezensionsexemplare vorstellen, die bei mir eingetrudelt sind. Und diesmal spielt sich alles in meinem Lieblingsgenre ab: Fantasy.

Rezensionsexemplare:

Die folgenden Bücher wurden mir alle freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt.

Mercy Thompson (9) - Spur des Feuers von Patricia Briggs 
Urban Fantasy
Wer auf meinem Blog stöbert, stolpert irgendwann fast unvermeidlich über diese Buchreihe. Der neunte Band ist erschienen und gerade steckt mein Kopf mittendrin. Es ist tatsächlich eine der seltenen Reihen, die nach dem x-ten Band nicht an Niveau verliert. Ich habe keine Ahnung wie Patricia Briggs das macht, aber ich freue mich bereits auf den nächsten Band, der im Januar erscheint. Wer Urban Fantasy mag, sollte die Reihe unbedingt mal antesten. 

Mercy Thompsons neuester Auftrag beginnt harmlos: Sie und ihr Gefährte Adam sollen einen randalierenden Troll zur Vernunft bringen. Doch dann finden sie dabei einen seit Langem vermissten Jungen – einen Jungen, der einst von den Fae entführt wurde. Plötzlich droht die ohnehin schon angespannte Situation zwischen den Menschen und den Fae völlig zu eskalieren, und die Tri-Cities stehen vor einem Bürgerkrieg. Um das Schlimmste zu verhindern, nehmen Mercy und Adam den Jungen in ihrem Rudel auf – nicht ahnend, dass ihr Schützling eine dunkle Gabe hat ...

Die Dämonenakademie (2) - Die Inquisition von Taran Matharu
Abenteuer-Fantasy
Die Reihe wird im Original mega gehypet und das durchaus begründet. Ich selbst habe den zweiten Band nun auch verschlungen und bin nach wie vor begeistert von der Reihe. Zu meiner Rezension kommt ihr hier. Gerade wenn man keine schwere Fantasy mag, ist man hiermit wirklich gut bedient. Für Neueinsteiger also durchaus eine Empfehlung in die facettenreiche Welt der Fantasy.   

Auf Fletcher und seine Freunde an der Dämonenakademie wartet eine ganz besondere Herausforderung: Die Schüler des Abschlussjahrgangs werden auf eine heikle Mission ins Reich der Orks geschickt – und das ganze Königreich schaut ihnen dabei zu. Ob Adelssohn oder Waisenjunge, ob Elf oder Zwerg, um ihren Auftrag erfolgreich zu Ende zu bringen müssen die künftigen Dämonenmagier erst einmal ihre eigenen Steitereien überwinden und lernen als Gruppe zusammenzuarbeiten. Doch in ihrer Mitte gibt es einen Verräter ...

Dragon Lords (1) - Das Gold der Narren von Jon Hollins
High-Fantasy
Auf dieses Fantasy-Abenteuer bin ich auch schon sehr gespannt. Der Klappentext mutet ja doch eher humorvoll an, aber gleichzeitig episch. Angeblich trifft hier Guardians of the Galaxy auf Der kleine Hobbit. Ob diese Beschreibung stimmt, kann ich zwar noch nicht sagen, aber die Filme davon mochte ich bisher sehr gerne. Also kann ein Mix daraus ja nur gut werden?  

Spätestens seit Der Hobbit weiß jeder, dass Drachen schlechte Herrscher sind, die den ganzen Tag auf ihrem Goldschatz sitzen, die Steuern erhöhen und ihren Untertanen das Vieh von der Weide fressen. Das bekommt auch der arme, aber unbescholtene Bauer Will Fallow zu spüren, als eines Tages die Soldaten des Drachenkönigs Mattrax auf seiner Schwelle stehen, um ihn wegen Steuerhinterziehung in den Schuldturm zu werfen. In letzter Sekunde gelingt es Will, in die nahe gelegenen Wälder zu fliehen, wo er einer kleinen Gruppe von Rebellen begegnet. Gemeinsam ziehen sie nun gegen die Drachen in den Kampf, um sich ihr Gold zurückzuholen...

Nemesis (1) - Geliebter Feind von Anna Banks
Romantasy
Auch dies ist der Auftakt zu einer neuen Reihe und zwar einer Dilogie. Ich hoffe ja sehr, dass der romantische Fantasyroman nicht überzeugen kann. Der Clou ist zwar nicht unbedingt neu, aber erinnert ein bisschen an ein Märchen. 

Prinzessin Sepora ist auf der Flucht: Ihr Vater will sich mithilfe ihrer einzigartigen Gabe zum Herrscher über alle fünf Königreiche aufschwingen. Um das zu verhindern, taucht sie im verfeindeten Theoria unter, wo sie unfreiwillig als Dienerin am Königshof landet. Prompt verliebt sie sich in den jungen, smarten König Tarik – und steht schon bald vor einer folgenschweren Entscheidung: Ist sie bereit, ihren Gefühlen nachzugeben und Tarik die Wahrheit über ihre Herkunft zu verraten?

Und wie sieht es bei euch aus? Habt ihr einen der Romane schon gelesen? Wie hat er euch gefallen? Oder liegt er noch auf eurem SuB oder steht auf eurer Wunschliste? Habt ihr ein Lieblingsuntergenre in der Fantasy? Oder lest ihr Fantasy vielleicht gar nicht?

Freitag, 16. Juni 2017

[Kurzrezension] Muschelkäfer morden nicht von Johannes Wilkes

Titel: Muschelkäfer morden nicht
Reihe: Spiekeroog
Band: 3
Autor: Johannes Wilkes
Genre: Kriminalroman
Erscheinungsdatum: 07.06.2017
Seiten: 220
Verlag: ars vivendi
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-86913-778-0
Originalpreis: 13,00€

Kurzbeschreibung: 
Da will man endlich mal in Ruhe an der Nordsee Urlaub machen – und ist schon am ersten Ferientag wieder mit einer Leiche konfrontiert! Zwar sieht alles nach einem Badeunfall aus, doch Kommissar Mütze glaubt nicht daran. Zu viele seltsame Dinge passieren auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog. Wer setzt sein Baby um Mitternacht vor einem Hotelfenster aus? Welchen Kummer versucht Nora, die Inselprostituierte, in Whiskey zu ertränken? Wo ist die Kameratasche des toten Touristen, zu Lebzeiten begeisterter Vogelkundler und Fotograf, geblieben? Woher wissen die drei dubiosen Regenschirmmänner immer schon früher als alle anderen, dass das Wetter umschlagen wird? Und warum muss ein armer Muschelkäfer auf Reisen gehen? Mütze ermittelt zwischen Hafen, Dünen und Strand, während sein Lebensgefährte Karl-Dieter sich liebevoll um das Baby kümmert und im Stillen hofft, dass sich sein eigener Kinderwunsch vielleicht doch noch erfüllen wird … 

Meinung: 
Für mich war dieser Roman ein Quereinstieg in die Reihe. Diesem Roman gehen bereits zwei weitere voran, die ebenfalls auf Spiekeroog spielen, sowie ein zusätzlicher, der sich auf Schauplätze in Franken konzentriert. „Muschelkäfer morden nicht“ kann man allerdings durchaus auch ohne die Vorgänger lesen. Die Geschichte umfasst einen Handlungsstrang, der sich mit einem Mordfall beschäftigt, und einen, bei dem es um Karl-Dieter und seine Vaterfreuden geht. Während der Ermittler Mütze also ermittelt, macht Karl-Dieter Urlaub und lebt seinen Traum vom Vater sein aus. Dabei gerät das schwule Pärchen öfters aneinander, aber generell ist die Geschichte sehr humorvoll und gemütlich gehalten. Gerade Mütze und Karl-Dieter in Kombination dominieren das Buch. Leider verdrängt das den eigentlichen Mordfall ein bisschen. Der wird zwar nach und nach gelöst – mit interessanten Wendungen, aber mir persönlich ging das viel zu langsam. Es war ganz amüsant nicht nur die Geschichte des Ermittlers zu verfolgen, aber meiner Meinung nach war Karl-Dieter im Roman durchaus auch eine Schwäche. Das ist aber vermutlich auch ein bisschen Geschmackssache, da ich ernste Kriminalromane bevorzuge. Die Charaktere werden jedenfalls gut beleuchtet und gerade Mütze und Karl-Dieter lernt man gut kennen, wodurch sich durchaus ein Identifikationspotenzial ergibt. Der Krimi ist insgesamt vor allem gemütliche Unterhaltungsliteratur – vielleicht ja für einen Ausflug nach Spiekeroog?

Fazit: 
„Muschelkäfer morden nicht“ ist ein humorvoller Kriminalroman, der mit seinen Charakteren und seinem Schauplatz durchaus eine gewisse Anziehungskraft ausübt. Wer aber lieber ernste Krimis liest, die nicht so stark abdriften, ist hiermit nicht so gut beraten.

Inhalt: 3/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 2/5
Schreibstil: 4/5

Gesamt:

Dienstag, 13. Juni 2017

[Aktion] Gemeinsam Lesen #049


Diese Aktion leiten Summi und Naddlpaddl von Schlunzen-Bücher. Jeden Dienstag stellt man das Buch vor, das man aktuell liest und beantwortet noch eine zusätzliche Frage.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du? 

Gerade lese ich "Spur des Feuers", den 9. Band der "Mercy-Thompson"-Reihe, von Patricia Briggs und bin auf S. 55. Ein Klick aufs Cover führt euch zur Verlagsseite.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite? 
Willis berichtete gerade allen anderen von dem neuen Problem, weil sie nun mal menschlich waren und das Gespräch über Kopfhörer dementsprechend nicht belauscht hatten.
 3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Im Dezember habe ich die komplette Reihe gerereadet. Mittlerweile geht es mit den Erscheinungsterminen wohl wieder zackiger zu, den derzeit ist für einmal pro Halbjahr ein neuer Band geplant. Ich habe mich natürlich riesig darauf gefreut. Gerade bin ich allerdings noch von meinem letzten Roman etwas geflasht und hoffe, dass ich den neuen Band der Reihe trotzdem genießen kann. Es war bisher auf jeden Fall wieder typisch witzig und die Action ist nun auch in Gang gekommen. Und mit Mercy wird es so schnell auch nicht langweilig.

4. Bist du Abonnent einer Buch-Box? Was fasziniert dich daran und lohnt es sich am Ende?

Abonnent bin ich nicht. Ich habe aber bisher eine Buchbox bei der lieben Lesekatze bestellt, die mir wirklich gut gefallen hat. Dementsprechend will ich so etwas durchaus öfter machen, allerdings nur, wenn mir die Themen liegen. Ganz entsetzt habe ich festgestellt, dass es von Bookish Prophet eine Sonderbox zum Thema Harry Potter gab - und wer hat's verschlafen? Ich natürlich.
Ich hab aber generell schon mal so ein bisschen rumgeguckt zwecks Buchboxen und kann sagen, dass die meisten sich preislich definitiv lohnen. Man muss halt wissen, ob man das Risiko eines Überraschungsbuches eingehen will - und ob man Goodies braucht. Ich persönlich liebe solchen Kleinkram ja, aber wenn mir ein Thema nicht liegt, brauche ich auch die Buchbox nicht. 

Montag, 12. Juni 2017

[Rezension] Der Marsianer von Andy Weir

Titel: Der Marsianer
Autor: Andy Weir
Genre: Hard Science Fiction
Erscheinungsdatum: 13.10.2014
Seiten: 512
Verlag: Heyne
Format: Klappenbroschur
ISBN-13: 978-3-453-31583-9
Originalpreis: 14,99€

Klappentext:
Der Astronaut Mark Watney war auf dem besten Weg, eine lebende Legende zu werden: Als einer der ersten Menschen in der Geschichte der Raumfahrt betritt er den Mars. Nun, sechs Tage später, ist Mark auf dem besten Weg, der erste Mensch zu werden, der auf dem Mars sterben wird: Bei einer Expedition auf dem Roten Planeten gerät er in einen Sandsturm, und als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Ausrüstung. Ohne Nahrung. Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Es ist der Beginn eines spektakulären Überlebenskampfes ...

Meinung:
Mit seinem Debütroman gelang Andy Weir ein Volltreffer. Nicht nur ist der Science Fiction-Roman ein Bestseller, sondern wurde 2015 auch verfilmt. Das Thema ist dabei natürlich allein schon ein Selbstrenner: Ein Astronaut strandet auf dem Mars. Wenn ich mich daran erinnere, wie vor Jahren alle gebannt zugeschaut haben, als Felix Baumgartner aus der Stratosphäre auf die Erde sprang, wundert es nicht, dass auch Weirs Roman Wellen schlug. Der Weltraum ist gefährlich und unbekannt – also aufregend. Der Klappentext stützt dieses Bild noch einmal und weckt Horrorszenarien. Wie will der Protagonist das nur überleben?

Die Geschichte hat mich schon gleich zu Beginn überrascht, denn ich hatte sie mir ganz anders vorgestellt. Aber das ist überhaupt kein Kritikpunkt, denn sie war viel besser als ich mir vorstellen konnte. Gut, anfangs verläuft die Geschichte noch recht gemächlich. Man lernt Mark langsam kennen und seine Situation auf dem Mars, und wie es überhaupt dazu kommen konnte. Es gibt wirklich viele Wendungen, Höhen und Tiefen. Es ist ein stetiges Auf und Ab und man kann kaum aufatmen, da sitzt er schon wieder im Schlamassel. Aber er ist ja nicht umsonst Astronaut und daher extrem findig darin, sich auszudenken wie er überleben kann. Das wurde wirklich brillant geschrieben. Das Tempo nimmt mit der Zeit auch etwas zu und wird straffer, weil man nicht mehr so viele Basisinformationen verarbeiten muss. Die Atmosphäre baut sich langsam, aber umso eindringlicher auf. Man fiebert jeden Moment mit. Es bleibt bis zum Schluss spannend. Zugegeben war das Ende für mich nicht ganz so wie gewünscht, aber insgesamt durchaus befriedigend. Gerade die Tiefsinnigkeit an diesem Roman hat mir sehr gefallen. Es geht um Überleben, um Menschlichkeit, um Hilfsbereitschaft. Es geht darum, nicht aufzugeben, obwohl alles aussichtslos wirkt. Es geht darum, Risiken abzuwägen. So viel wird in diesem Roman angesprochen. Manchmal subtil, manchmal sehr direkt.

Mark Watney ist ein genialer Protagonist. Er kann ernst sein, aber auch sarkastisch. Und vor allem extrem witzig. Obwohl er wirklich tief in der Klemme steckt, bleibt er in den meisten Fällen gelassen und kalkuliert lieber. Dabei kommt sein Humor nie zu kurz. Gerade seine wirklich risikofreudige Art war sehr angenehm. Gleichzeitig hat sie üble Bauchschmerzen bereitet, weil man sich ständig um ihn sorgt. Er wirkt nie flach oder unlogisch. Auch die anderen Charaktere haben alle Kanten und Ecken, manche mag man mehr, manche weniger. Aber sie wirken alle wie echte Personen und nicht wie bloße Typen.

Der Schreibstil ist für mich bei diesem Buch ein zweischneidiges Schwert. Ich habe zuvor die Leseprobe auf Englisch gelesen und war absolut begeistert. Von der deutschen Übersetzung allerdings nicht ganz so sehr. Sie ist durchaus gut, aber die Wirkung ist an vielen Stellen ganz anders. Das Deutsche wirkt vergleichsweise so hochgestochen. Dabei ist gerade Watneys eher umgangssprachliche und nicht so feine Art das, was das Buch mitunter ausmacht. Das geht zwar nicht gänzlich verloren, ist aber trotzdem schade.

Ich kann es nicht anders sagen: Ich bin absolut begeistert. Je länger ich den Roman sacken lasse, desto mehr mag ich ihn. Ab einem gewissen Punkt konnte ich einfach nicht mehr aufhören zu lesen. So gefesselt war ich schon lange nicht mehr. Obwohl ich durch die positiven Empfehlungen bereits hohe Erwartungen hatte, wurden diese nur geringfügig enttäuscht. Andy Weir hat es wirklich geschafft, Mark Watney nicht nur Leben und Sympathie einzuhauchen, sondern auch einen wirklich spannungsgeladenen Roman zu schreiben.

Fazit:
Wer „Der Marsianer“ noch nicht kennt, sollte dies unbedingt ändern. Beeindruckender Protagonist trifft auf grauenerregendes Szenario. Emotionen, Action, Humor … alles ist dabei. Selbst für Nicht-Science Fiction-Leser eine absolute Empfehlung.

Inhalt: 5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Schreibstil: 4/5

Gesamt:

Freitag, 9. Juni 2017

[Kurzrezension] Die Dämonenakademie - Die Inquisition von Taran Matharu

Titel: Die Inquisition
Reihe: Die Dämonenakademie
Band: 2
Autor: Taran Matharu
Genre: Abenteuer-Fantasy, Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 22.05.2017
Seiten: 512
Verlag: Heyne fliegt
Format: Klappenbroschur
ISBN-13: 978-3-453-26993-4
Originalpreis: 12,99€

Kurzbeschreibung: 
Auf Fletcher und seine Freunde an der Dämonenakademie wartet eine ganz besondere Herausforderung: Die Schüler des Abschlussjahrgangs werden auf eine heikle Mission ins Reich der Orks geschickt – und das ganze Königreich schaut ihnen dabei zu. Ob Adelssohn oder Waisenjunge, ob Elf oder Zwerg, um ihren Auftrag erfolgreich zu Ende zu bringen müssen die künftigen Dämonenmagier erst einmal ihre eigenen Steitereien überwinden und lernen als Gruppe zusammenzuarbeiten. Doch in ihrer Mitte gibt es einen Verräter ... 

Meinung: 
Der erste Band der Reihe konnte mich wirklich vom Hocker reißen. Und als ich mit dem Lesen des zweiten Bandes begann, fühlte sich alles wieder vertraut an. Einen schalen Nachgeschmack hinterließ der Anfang aber trotzdem. Denn auf den Cliffhanger vom Vorband wird eher lapidar eingegangen. Dadurch verpufft im ersten Moment erst einmal ein wenig Spannung, die sich aber zum Glück schnell wieder aufbaut. Es kommt wieder zu klischeehaften Momenten, aber dafür gibt es auch wieder viele überraschende, die umso besser sind. Wie der Klappentext ja andeutet, verschlägt es Fletcher und seine Freunde ins Orkterritorium, doch Feinde lauern auch in ihren eigenen Reihen. Der Roman ist wieder sehr abenteuerlich geworden und schafft es mit den Charakteren und der Handlung zu bezaubern. Gerade das Ende war dann doch recht unerwartet, aber gut durchdacht. Ich mag es ja, wenn man sich selbst mit kleinen Hinweisen zusammenreimen kann, wer der Böse ist und hier war das auch so. Auch die Vermischung von neuen und alten Elementen ist wieder gut gelungen. Insgesamt ist der zweite Band wieder ein kleines Meisterwerk und lässt noch gespannter auf den letzten Band warten.

Fazit: 
„Die Inquisition“ hebt die Reihe auf ein ganz neues Level und führt den Leser zusammen mit Fletcher in noch intensivere und gefährlichere Abenteuer.

Inhalt: 5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 5/5
Schreibstil: 5/5

Gesamt:

Donnerstag, 8. Juni 2017

[Kurzrezension] Pretty Little Liars - Perfect von Sara Shepard

Titel: Perfect
Reihe: Pretty Little Liars
Band: 3
Autor: Sara Shepard
Genre: Jugendthriller
Erscheinungsdatum: 10.06.2009
Seiten: 336
Verlag: HarperTeen
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 9780061975585
Originalpreis: 7,99€

Kurzbeschreibung:
In Rosewood, Pennsylvania, four perfect-looking girls aren’t nearly as perfect as they seem. Aria can't resist her forbidden ex. Hanna is on the verge of losing her BFF. Emily is freaking out over a simple kiss. And Spencer can’t keep her hands off anything that belongs to her sister. Although they try to keep their scandalous secrets hidden, someone named “A” has the dirt to bury them all alive…and it may be too late to outrun the truth.

Meinung:
Im Vergleich zum zweiten Band ist der Dritte nun definitiv wieder gemächlicher. Vielleicht lag dies auch einfach daran, dass mich Aria und Emily extrem angeödet haben. Mit den beiden Mädels werde ich einfach nicht warm – ob nun im Buch oder in der Serie. Ich finde beide Handlungsstränge verdienen zwar durchaus ihre Daseinsberechtigung, aber Hanna und Spencer sind so viel sympathischer. Im zweiten Band war das noch besser. Thematisch ist dieser Band wieder ein Auf und Ab mit einem bösen Ende. Alle vier müssen sich allein durchschlagen und glauben dabei langsam hinter die Identität von A zu kommen. Ich fand es etwas schade, dass die Mädels in diesem Band eigentlich gar keine richtige Interaktion miteinander hatten. Ansonsten war es aber wieder unterhaltsam zu lesen. Es werden eben tiefgründigere Themen angesprochen als nur Jungs und Make-Up. Okay, nicht in allen Fällen, aber überwiegend. Zudem fällt es wieder wahnsinnig leicht in Rosewood einzutauchen. Die Autorin kann die Charaktere wirklich glaubwürdig darstellen. Und es gibt tatsächlich eine kleine Romanze, bei der ich mitfiebere.

Fazit:
„Perfect“ schließt sich als solider dritter Band an die Reihe an, auch wenn es hier im Vergleich zum Vorband ruhiger zugeht. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen und kann dennoch auf emotionale Momente gespannt sein.

Inhalt: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Schreibstil: 4/5

Gesamt:

Dienstag, 6. Juni 2017

[Aktion] Gemeinsam Lesen #048


Diese Aktion leiten Summi und Naddlpaddl von Schlunzen-Bücher. Jeden Dienstag stellt man das Buch vor, das man aktuell liest und beantwortet noch eine zusätzliche Frage.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du? 

Gerade lese ich "Der Marsianer" von Andy Weir und bin auf S. 9. Ein Klick aufs Cover führt euch zur Verlagsseite.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite? 
Ich bin so was von im Arsch.
 3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Endlich. Obwohl ich das Buch die ganze Zeit lesen wollte, habe ich es seit einem Monat immer rausgezögert. Vielleicht wollte ich auch einfach die Vorfreude umso intensiver auskosten. Jedenfalls kann ich jetzt frisch starten und bin noch ganz am Anfang. Bisher habe ich auch noch nicht den Film gesehen und bin Dank positiver Resonanz aus meinem Freundeskreis sehr gespannt auf das Buch.

4. Liest du Neuerscheinungen immer direkt, oder hebst du sie dir manchmal für einen besonderen Anlass auf?

Das ist ganz unterschiedlich. Bei Rezensionsexemplaren lese ich natürlich sofort und bei manchen Büchern kann ich den nächsten Band auch kaum erwarten. Der nächste Kandidat ist da zum Beispiel der dritte Band der "Evolution"-Reihe von Thomas Thiemeyer. Das Buch erscheint diesen Monat und ich freue mich schon sehr darauf. Bei anderen Büchern kann die Zeit auch mal länger vergehen, manchmal warte ich bis eine ganze Reihe erschienen ist. Aber so richtige Anlässe gibt es eigentlich nicht für mich. 

Freitag, 2. Juni 2017

[Im Gespräch] ... mit Jenny Karpe

© by Christiane Hibbe
Heute möchte ich euch die Autorin der Dystopie »Zwei Kontinente auf Reisen« etwas näher vorstellen. Ganz aktuell steht sie auf der Shortlist des Deutschen Phantastik Preis 2017 und darf sich mit namhaften Größen messen. Nicht umsonst sind auf der Liste Namen wie Kai Meyer, Markus Heitz, Andreas Eschbach oder Stephen King zu finden.
Ich selbst durfte Jenny als eine sehr lebensfrohe und leidenschaftliche Person kennenlernen, deren Ideen oft außergewöhnlich verrückt sind. In dem Sinne schlug ihr Roman letztes Jahr auch Wellen, als sie versuchte, die Rohfassung in drei Tagen zu schreiben. Aber ich will gar nicht zu viel vorweg nehmen. Bühne frei für Jenny Karpe und ihren Roman!

Zwei Kontinente auf Reisen
von Jenny Karpe
333 Seiten
ISBN: 978-3-7380-8226-5
Erschienen am 31.08.2016
Ebook
2,99 €
Verlagsseite
Meine Rezension


Inhalt:
Auf einem Felsen mitten im Meer liegt Kiras und Aarons Heimat. Nichts geht hier mit rechten Dingen zu: Die Sterne bewegen sich nie, täglich bebt der Boden und die Bewohner leben in ständiger Angst, dass ihre Insel zerbricht. Ausgerechnet die verfeindeten Völker Ruan und Amerika müssen sich dieses Stück Land teilen. Als sie eine Grenze ziehen, trennen sie auch die Freunde Kira und Aaron. Für die Rettung ihrer Heimat müssen die beiden alle Regeln brechen und eine Reise ins Ungewisse auf sich nehmen, von der jede Wiederkehr ausgeschlossen scheint.

© by  Julian Huchtmann
Jenny Karpe wurde 1996 in Bad Oeynhausen geboren und lebt seither dort. Derzeit studiert sie Medienproduktion und arbeitet bei einer regionalen Tageszeitung. Die Liebe zum Wort begleitet sie fast ihr ganzes Leben lang, mit sechs Jahren schrieb sie erste Geschichten und mit zwölf ihren ersten Roman. Von niedlichen Gruseltexten über zeitreisende Delfine und majestätische Drachen gelangte sie schließlich ins Genre der Dystopien, Thriller und Fantasy, wo sie sich am liebsten austobt. »Zwei Kontinente auf Reisen« ist ihr Debütroman.

1. Liebe Jenny, danke, dass du dir die Zeit für meine Fragen nimmst. Dein Debütroman ist ja nun seit August 2016 veröffentlicht. Und nun steht er neben bekannten Romanen wie „Die Magie der Namen“ auf der Shortlist des Deutschen Phantastik Preis 2017 in der Kategorie Debütroman. Woher kam deine Idee für „Zwei Kontinente auf Reisen“ und den ungewöhnlichen, völlig unerwarteten Plottwist darin? 

Hallo liebe Diana! Danke erst einmal, dass ich hier sein darf. Und vielen Dank für das Lob, meine Plot Twists liegen mir immer besonders am Herzen! Die Idee zum Roman entstand zufällig und sah anfangs noch ganz anders aus. Ich habe nicht mehr viele Notizen aus der Anfangszeit, aber statt einer Insel sollte es zunächst eine gigantische Wippe geben, auf der die Völker leben mussten, und Augustin war die Hauptfigur. (Für mich ist er das immer noch ein bisschen, hihi). Irgendwie mischten sich dann aber Kira und Aaron ein, und eins führte zum anderen. Die Idee zum Plot Twist (ich spoilere an dieser Stelle mal nicht) ... puh, das kann ich auch nicht so recht sagen. Ich mag es, wenn etwas völlig Unerwartetes geschieht, was aber - wie man beim zweiten Lesen bemerkt - sogar angekündigt wurde. Das nennt sich Foreshadowing: Hinweise geben, aber nicht zu viel verraten. Für mich ist das ein Drahtseilakt, der das Schreiben an sich viel spaßiger und spannender macht. Plot Twists sind dann der Höhepunkt des Ganzen, die müssen bei mir eigentlich immer sein. Aber wie ich auf die Ideen komme, ist mir meist ein Rätsel.

2. Deinen Roman hast du ja in einer Rekordzeit von drei Tagen geschrieben – hast du so etwas nochmal vor? Wie war die Erfahrung für dich? 

Da muss ich dich ein bisschen korrigieren: Ich habe die ersten 50.000 Wörter in drei Tagen geschrieben, der Roman hat im Anschluss 20.000 mehr bekommen. Aber ja, das war ganz schön nervenaufreibend und eine echt einmalige Erfahrung. Denn ich werde das nicht wiederholen, weil es für mich mit einem großen Shitstorm (vor allem auf Facebook) verbunden war. Natürlich hat mich das auch angespornt, trotzdem gab es sehr viele Leute, die meinten, ich würde die deutsche Literatur zerstören oder so etwas. Dabei war das Ganze lediglich ein Experiment: Kann man mit einem ausführlichen Plot (der vorher recht detailreich, aber nicht zu statisch aufgestellt wurde) den Roman in einem Stück schreiben? Kurz gesagt: Jein. Es gab einige Passagen, die wirklich nicht schlecht waren, aber auch andere, die dann eben komplett raus und neu geschrieben werden mussten. Insgesamt gab es acht Fassungen, eine Betarunde mit sechs Betalesern und ein professionelles Lektorat, von der "Drei-Tages-Version" ist also nicht mehr so viel übrig. Letztlich habe ich genau so lange an dem Roman gearbeitet wie an einem normal-schnell geschriebenem auch. Allerdings hatte ich nach diesen drei Tagen eine wirklich beachtliche Grundlage und auch den Ansporn, den Roman fertigzuschreiben. Andernfalls wäre er vielleicht immer noch nicht geschrieben worden, so hatte das sogar etwas Gutes.

3. Wann dürfen wir denn mit einer Fortsetzung von deinem Debüt rechnen? Hast du schon mit dem Schreiben begonnen? 

Das habe ich, die ersten 80.000 Wörter stehen auch schon in der Rohfassung, allerdings wende ich mich derzeit eigentlich einem anderen Projekt zu, an dem ich schon seit 2014 arbeite. Wann ich die »Zwei Kontinente am Abgrund« (Arbeitstitel) veröffentliche, ist leider noch völlig offen.

4. Hast du noch andere Projekte neben „Zwei Kontinente auf Reisen“, auf die wir uns freuen können?
Jup! Einmal mein "Ich-habe-kein-klares-Genre"-Liebling »Phaenom«, an dem ich wie gesagt seit 2014 herumkrümele, und vermutlich ein Fantasyprojekt mit dem Arbeitstitel »Die stummen Zauber des Adam Sparrow«, das ich im November schreiben möchte. So viele Bücher, so wenig Zeit!

5. Wie kamst du zum Schreiben? 

Das kann ich leider auch nicht so genau sagen. Meine erste Geschichte habe ich einige Wochen nach meiner Einschulung geschrieben, das war eine niedliche Gruselstory mit sehrsehr vielen Fehlern und sehrsehr wenig Inhalt. Danach ging es weiter mit zeitreisenden Delfinen, meinem Drachenroman (den ich mit 12 geschrieben habe) und schließlich vielen Kurzgeschichten. Aus einer davon ist »Phaenom« entstanden, während ich mittlerweile fast ausschließlich Romane schreibe und sie auch von Anfang an als solche plane. Wenn ich gefragt werde, warum ich überhaupt schreibe, kann ich meist nur "Es gehört einfach zu meinem Leben dazu" stammeln.

6. Was inspiriert dich beim Schreiben? Hast du vielleicht literarische Vorbilder? 

Da ich mich viel in Schreibforen wie der Schreibnacht oder dem Tintenzirkel herumtreibe, inspirieren mich sehr viele Kolleginnen und Kollegen, vor allem durch den guten Austausch. Literarische Vorbilder habe ich eigentlich nicht, ich lese meist nicht nach Autor, sondern nach Genre, Thema, Empfehlung. So bekomme ich mehr Eindrücke, als mich nur auf einen Autor zu fokussieren. Da ich gar nicht soo viel lese, bin ich damit ganz zufrieden. Die größte Inspiration kommt übrigens von meinen Reisen (das klingt jetzt etwas ... goethesk), Pinterest und aus der Musik.

7. Apropos Musik, du hegst ja eine große Leidenschaft dafür, die du neben deiner Vinyl-Sammlung auch in deinem Blog ausdrückst. Gibt es Songs, die du mit deinem Roman verbindest? 

Eigentlich immer! Meistens lege ich eine Spotify-Playlist an und packe Songs hinein, die entweder musikalisch oder sogar vom Titel und den Lyrics passen. Die Playlist zu »Zwei Kontinente auf Reisen« habe ich ehrlich gesagt so sortiert, dass sie den Verlauf der Geschichte wiedergibt, die ist also ein massiver Spoiler. :D Ich habe aber auch bestimmte Künstler, die ich immer wieder beim Schreiben höre, weil sie zu meiner Stimmung passen. Adam Young, Schiller (Musikprojekt von Christopher von Deylen), Fenech-Soler, diverse Filmsoundtracks, The Alan Parsons Project und Genesis gehören definitiv dazu und sind später auch auf vielen Roman-Playlisten zu finden, weil sie mich beim Schreiben begleitet haben.

Spotify-Playlist zu »Zwei Kontinente auf Reisen«

   

8. Was liest du selbst denn gern für Romane? Hast du vielleicht einen Buchtipp für uns? 

Dieses Jahr haben mich »Ready Player One« von Ernest Cline und der Zeitreisenroman »Die unerwartete Gabe des Joseph Bridgeman« sehr mitgerissen, beide waren sehr spannend und rätselhaft. Ich bin leider ziemlich erbsenzählerisch bei Romanen und suche besonders bei deutschen Exemplaren nach Fehlern. Da ich viel betagelesen habe, ist das leider kaum wegzubekommen, weshalb ich seit diesem Jahr vermehrt englische Texte lese. Nicht, weil ich denke, dass ich gut Englisch kann, sondern damit ich Bücher wieder genießen kann.
Ansonsten kann ich den »Marsianer« von Andy Weir, den »Wolkenatlas« von David Mitchell und »Draußen vor der Tür« von Wolfgang Borchert wärmstens empfehlen.

An dieser Stelle möchte ich Jenny noch einmal für die Zusammenarbeit danken. Falls ihr noch Fragen an die Autorin habt, beantwortet sie diese sicherlich gerne in den Kommentaren. :)