Montag, 26. Juni 2017

[Rezension] Nemesis - Geliebter Feind von Anna Banks

Titel: Nemesis – Geliebter Feind
Reihe: Nemesis
Band: 1
Autor: Anna Banks
Genre: Romantasy
Erscheinungsdatum: 13.07.2017
Seiten: 432
Verlag: cbt
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-570-31142-4
Originalpreis: 12,99€

Klappentext: 
Prinzessin Sepora ist auf der Flucht: Ihr Vater will sich mithilfe ihrer einzigartigen Gabe zum Herrscher über alle fünf Königreiche aufschwingen. Um das zu verhindern, taucht sie im verfeindeten Theoria unter, wo sie unfreiwillig als Dienerin am Königshof landet. Prompt verliebt sie sich in den jungen, smarten König Tarik – und steht schon bald vor einer folgenschweren Entscheidung: Ist sie bereit, ihren Gefühlen nachzugeben und Tarik die Wahrheit über ihre Herkunft zu verraten? 

Meinung: 
Manch einer kennt Anna Banks vielleicht von der „Blue Secrets“-Reihe. Mit diesem Band startet sie jedenfalls den Auftakt zu einer neuen Reihe mit einer gänzlich anderen Geschichte. Während das Cover ziemlich nichtssagend ist – zumindest ist das Englische auch nicht viel besser –, verspricht die Kurzbeschreibung eine romantische Geschichte im Fantasysetting, die möglicherweise das ein oder andere Klischee beinhaltet und mehr seicht als tiefgründig ist.

Wie sehr ich mich dabei getäuscht habe. Zwar richtet sich die Handlung eindeutig an eine jugendliche Zielgruppe, aber dennoch kann sie auch erwachsene Leser fesseln. Mit dem Anfang muss man etwas Geduld haben, denn der Einstieg ist langsam, dafür aber zielgerichtet und bietet viele Hintergrundinformationen, die die Welt sehr bildlich beschreiben. Es gibt im Laufe des Romans vor allem viele politische Überlegungen, was natürlich daran liegt, dass die Hauptcharaktere königliche Pflichten haben. Dabei sind die Themen durchaus ernst und vor allem Sepora muss oft mit ihrem Gewissen kämpfen. Die Entwicklungen sind dabei manchmal vorhersehbar, aber meistens sehr interessant. Wer wiederum eine kitschige Liebesgeschichte erwartet, wird nicht enttäuscht. Allerdings ist diese ziemlich gut ausgearbeitet und wird nicht übereilt dargestellt. Das Ende war dann tatsächlich etwas unerwartet, aber irgendwie auch passend und macht neugierig auf den zweiten Band.

 Mit den Charakteren konnte ich mir überraschend gut anfreunden. Sepora ist eine starke Protagonistin, zwar manchmal naiv, aber nie weinerlich oder anstrengend. Stattdessen weiß sie, was sie will und was nicht. Sie weiß, wer sie ist. Und sie ist vor allem sehr schlau, was durchaus erfrischend ist. Tarik wiederum hat das Herz am rechten Fleck und ist ein wirklich vorbildlicher König, der allerdings vor vielen Zwickmühlen steht und trotzdem seinen Humor nicht verliert. Zusammen sind die beiden ein sehr starkes Protagonistenpärchen, das zu überzeugen weiß. Auch die anderen Charaktere wirken sympathisch und glaubwürdig. Zwar lernt man viele nur grob kennen, da Sepora und Tarik im Vordergrund stehen, aber man bekommt doch einen guten Eindruck.

Banks Schreibstil ist sehr bildlich. Man hat die Szenerie ständig vor Augen und dafür braucht es gar keine ausschweifenden Beschreibungen. Stattdessen schreibt die Autorin sehr handlungsgetrieben. Dadurch las sich der Roman schnell und flüssig weg, auch wenn an der ein oder anderen Stelle noch ein paar Fehler im Text zu finden waren. Gerade für ein Jugendbuch ist der Schreibstil ideal. Etwas gewöhnungsbedürftig könnte eventuell die Perspektivwahl sein, da Sepora aus der Ich-Perspektive erzählt, Tarik wiederum aus der dritten Person.

Eigentlich habe ich etwas Anderes erwartet. Ich dachte tatsächlich, dass dieser Fantasy-Roman zwar gute Unterhaltung bietet, aber nicht wirklich mehr. Und genau da habe ich mich geirrt. Gerade die politischen Probleme von Theoria und Serubel werden wirklich gut hervorgehoben und in den Vordergrund der Geschichte gestellt. Ja, die Liebesgeschichte zwischen Sepora und Tarik hat auch einen hohen Stellenwert, wird aber sehr sanft eingeflochten und gewinnt erst spät an Dominanz. Auch das Ende hält in der Hinsicht eine Überraschung bereit. Gerade auf den letzten hundert Seiten war ich absolut gefesselt und bin sehr gespannt, wie der zweite Band die Geschichte wohl fortsetzen wird.

Fazit:
„Nemesis – Geliebter Feind“ bietet nicht unbedingt nur für jugendliche Leser eine interessante Fantasygeschichte, sondern zeigt mit seinem politischen Plot durchaus Tiefe.

Inhalt: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 5/5
Schreibstil: 4/5

Gesamt: 

Dienstag, 20. Juni 2017

[Aktion] Gemeinsam Lesen #050


Diese Aktion leiten Summi und Naddlpaddl von Schlunzen-Bücher. Jeden Dienstag stellt man das Buch vor, das man aktuell liest und beantwortet noch eine zusätzliche Frage.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du? 

Gerade lese ich "Nemesis - Geliebter Feind" von Anna Banks und bin auf S. 7. Ein Klick aufs Cover führt euch zur Verlagsseite.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite? 
Wenn ich nicht so ein Feigling wäre, würde ich von Nunas Rücken springen und mich absichtlich in die Felsen des Unterlands stürzen.
 3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Na, das klingt doch nach einem netten Anfang. Ich starte frisch in das Buch und bin schon sehr gespannt. Ich muss ja zugeben, dass ich für diese Art von Plot eigentlich eine Schwäche habe, aber mal sehen, ob die Umsetzung mich auch überzeugen kann. Es hat jedenfalls ein bisschen was von der Prinzessin mit dem goldenen Stern. Da mich meine letzte Romantasy-Entdeckung durchaus gut unterhalten konnte, wage ich mich mal etwas weiter in dieses Genre hinein.

4. Empfehle uns das Buch, das deiner Meinung nach jeder gelesen haben sollte (nur eins!)

Na, das ist ja wirklich keine leichte Aufgabe. Eigentlich drängt sich mir da eine ganz bestimmte Buchreihe auf, die vermutlich auch auf mehreren anderen Blogs vertreten sein wird. Und eigentlich halte ich es auch für wichtig, sie gelesen zu haben, gerade weil sie mir selbst sehr viel von meiner Identität gegeben hat, aber sollte jeder die Reihe (oder ein Buch daraus) gelesen haben? Nicht notwendigerweise, auch wenn ich das dann über quasi jedes andere Buch auch sagen müsste. Ich könnte jetzt reihenweise Bücher aufzählen, die ich liebe und anderen unbedingt ans Herz legen möchte. Aber ich finde, ein Buch, dass jeder gelesen haben sollte, sollte auch einen gewissen literarischen oder gesellschaftlichen Wert haben. Gesellschaftskritisch sein am besten. Ich habe da jetzt auch durchaus noch ein oder zwei andere Bücher im Kopf, aber da ich eines nennen möchte, dass sich einer möglichst großen Zielgruppe erschließt, wird es die nahezu ironische Wahl: Der Marsianer von Andy Weir. Vielleicht hype ich das Buch aktuell auch einfach zu sehr, aber es beschäftigt sich mit Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft, Vergänglichkeit, Schuldgefühlen, dem Überlebenskampf unter nahezu unmöglichen Bedingungen,... Vielleicht wäre meine Wahl in einem Jahr eine andere, aber dieses Buch ist definitiv großartig und auf seine Art einzigartig. 

Montag, 19. Juni 2017

[Rezension] Spur des Feuers von Patricia Briggs

Titel: Spur des Feuers
Reihe: Mercy Thompson
Band: 9
Autor: Patricia Briggs
Genre: Urban Fantasy
Erscheinungsdatum: 13.06.2017
Seiten: 448
Verlag: Heyne
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-453-31832-8
Originalpreis: 9,99€

Kurzbeschreibung: 
Mercy Thompsons neuester Auftrag beginnt harmlos: Sie und ihr Gefährte Adam sollen einen randalierenden Troll zur Vernunft bringen. Doch dann finden sie dabei einen seit Langem vermissten Jungen – einen Jungen, der einst von den Fae entführt wurde. Plötzlich droht die ohnehin schon angespannte Situation zwischen den Menschen und den Fae völlig zu eskalieren, und die Tri-Cities stehen vor einem Bürgerkrieg. Um das Schlimmste zu verhindern, nehmen Mercy und Adam den Jungen in ihrem Rudel auf – nicht ahnend, dass ihr Schützling eine dunkle Gabe hat ... 

Meinung: 
Auch mit dem neunten Band der Urban Fantasy-Reihe ist noch lange nicht Schluss. Passend zu den letzten Bänden der Reihe hält sich auch wieder das Cover. Der Klappentext im Internet ist meiner Meinung nach eine Zumutung – wieso überhaupt unterschiedliche Texte auf Buch und Verlagsseite? Aber sei’s drum. Wer die Reihe bis zum achten Band verfolgt hat, wird sich vermutlich nicht durch den Klappentext abbringen lassen.

Und ansonsten geht es auch wieder so munter weiter wie bisher. Auch hier lässt Action, die einem um die Ohren fliegt, nicht lange auf sich warten und so findet man sich ganz schnell zwischen Trollkämpfen, Ränkeschmieden, politischem Prozedere und dem üblichen Humor, für den Briggs bekannt ist, wieder. Dabei hat jede Szene wieder ihre Relevanz und als zum Beispiel der neue Werwolf im Rudel, Sherwood Post, erwähnt wird, ahnt man bereits, dass es nicht nur bei der namentlichen Erwähnung bleibt, sondern der Charakter noch eine tiefere Bedeutung bekommt.

Wie bisher auch konzentriert sich auch dieser Band wieder vor allem auf die Fae und dabei vor allem auf ihre Verbindung zu Mercys Rudel. Da warten durchaus ein paar Überraschungen auf den Leser. Bei beiden war ich erst einmal entsetzt, aber immerhin geschieht dadurch eine Entwicklung, die vor allem bei letzterem Schockmoment absolut notwendig war. Diesmal bleiben die Werwölfe fast alle leider überwiegend im Hintergrund. Aber dafür hat Mercy mit anderen alten Bekannten zu tun, über die wir dafür endlich mal etwas mehr erfahren. Nicht viel zwar, aber hey …langsam ernährt sich das Eichhörnchen, nicht wahr?

Diesmal war es mir allerdings fast ein wenig zu viel Politik und zu wenig Mercy. Ja, sie bekommt wieder ihre Auftritte, aber diesmal hat man das Gefühl, dass sie von allen manipuliert und gelenkt wird. Damit konnte ich mich nicht richtig anfreunden. Aber wenn es um die Fae geht, hat man ja ohnehin immer das Gefühl, dass sie etwas wollen und es über die ein oder andere Ecke dann auch bekommen. Nichtsdestotrotz kann man sich eigentlich nicht beschweren. Dieser Band spielt zwar eher im Mittelfeld der bisherigen Reihe mit, aber diese ist in ihrer Gesamtheit ohnehin sehr gut ist.

Ein Manko gibt es aber doch noch, dass ich einfach nicht unerwähnt lassen kann: Himmel, hat dieser Roman viele orthografische und grammatikalische Fehler. Wir erinnern uns vielleicht, dass im Vorband Ariana kurzzeitig zu Adriana wurde? Nun, Aiden wird hier in Folge mehrerer aufeinanderfolgender Sätze auch mal Aidan genannt. Ja, das kann passieren, aber hier verschmelzen auch noch Ausdrücke und Kasus werden falsch genutzt. Leider fiel das sehr stark auf.

Aber ansonsten war auch der neunte Band der Reihe wieder ein angenehmes Leseerlebnis und es gab wieder ein paar Charaktere, mit denen ich besonders sympathisieren konnte – ich sage nur Baba Yaga. In alter Manier wird einem wieder eine zutiefst verwickelte Geschichte präsentiert, die sich erst nach und nach lösen lässt.

Fazit:
„Spur des Feuers“ zeigt mit dem Titel den thematischen Schwerpunkt des Reihenbandes, der in typischer Mercy-Art daherkommt. Action, Humor, politische Fallstricke und Verhandlungen, liebevolle Charakterisierungen und sogar Brownies werden einem hier geboten.

Inhalt: 5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Schreibstil: 4/5

Gesamt:

Samstag, 17. Juni 2017

[Neuzugänge] #022 - Die fantastischen Vier

Auch Bücher haben ihr Erlebtes, das ihnen nicht entzogen werden kann.
– Johann Wolfgang von Goethe

Diesmal bin ich reinen Gewissens: keine Buchkäufe, jedenfalls noch nicht, was aber mehr an der Verschiebung von Erscheinungsdaten als an mir liegt. Dafür kann ich euch aber ein paar Rezensionsexemplare vorstellen, die bei mir eingetrudelt sind. Und diesmal spielt sich alles in meinem Lieblingsgenre ab: Fantasy.

Rezensionsexemplare:

Die folgenden Bücher wurden mir alle freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt.

Mercy Thompson (9) - Spur des Feuers von Patricia Briggs 
Urban Fantasy
Wer auf meinem Blog stöbert, stolpert irgendwann fast unvermeidlich über diese Buchreihe. Der neunte Band ist erschienen und gerade steckt mein Kopf mittendrin. Es ist tatsächlich eine der seltenen Reihen, die nach dem x-ten Band nicht an Niveau verliert. Ich habe keine Ahnung wie Patricia Briggs das macht, aber ich freue mich bereits auf den nächsten Band, der im Januar erscheint. Wer Urban Fantasy mag, sollte die Reihe unbedingt mal antesten. 

Mercy Thompsons neuester Auftrag beginnt harmlos: Sie und ihr Gefährte Adam sollen einen randalierenden Troll zur Vernunft bringen. Doch dann finden sie dabei einen seit Langem vermissten Jungen – einen Jungen, der einst von den Fae entführt wurde. Plötzlich droht die ohnehin schon angespannte Situation zwischen den Menschen und den Fae völlig zu eskalieren, und die Tri-Cities stehen vor einem Bürgerkrieg. Um das Schlimmste zu verhindern, nehmen Mercy und Adam den Jungen in ihrem Rudel auf – nicht ahnend, dass ihr Schützling eine dunkle Gabe hat ...

Die Dämonenakademie (2) - Die Inquisition von Taran Matharu
Abenteuer-Fantasy
Die Reihe wird im Original mega gehypet und das durchaus begründet. Ich selbst habe den zweiten Band nun auch verschlungen und bin nach wie vor begeistert von der Reihe. Zu meiner Rezension kommt ihr hier. Gerade wenn man keine schwere Fantasy mag, ist man hiermit wirklich gut bedient. Für Neueinsteiger also durchaus eine Empfehlung in die facettenreiche Welt der Fantasy.   

Auf Fletcher und seine Freunde an der Dämonenakademie wartet eine ganz besondere Herausforderung: Die Schüler des Abschlussjahrgangs werden auf eine heikle Mission ins Reich der Orks geschickt – und das ganze Königreich schaut ihnen dabei zu. Ob Adelssohn oder Waisenjunge, ob Elf oder Zwerg, um ihren Auftrag erfolgreich zu Ende zu bringen müssen die künftigen Dämonenmagier erst einmal ihre eigenen Steitereien überwinden und lernen als Gruppe zusammenzuarbeiten. Doch in ihrer Mitte gibt es einen Verräter ...

Dragon Lords (1) - Das Gold der Narren von Jon Hollins
High-Fantasy
Auf dieses Fantasy-Abenteuer bin ich auch schon sehr gespannt. Der Klappentext mutet ja doch eher humorvoll an, aber gleichzeitig episch. Angeblich trifft hier Guardians of the Galaxy auf Der kleine Hobbit. Ob diese Beschreibung stimmt, kann ich zwar noch nicht sagen, aber die Filme davon mochte ich bisher sehr gerne. Also kann ein Mix daraus ja nur gut werden?  

Spätestens seit Der Hobbit weiß jeder, dass Drachen schlechte Herrscher sind, die den ganzen Tag auf ihrem Goldschatz sitzen, die Steuern erhöhen und ihren Untertanen das Vieh von der Weide fressen. Das bekommt auch der arme, aber unbescholtene Bauer Will Fallow zu spüren, als eines Tages die Soldaten des Drachenkönigs Mattrax auf seiner Schwelle stehen, um ihn wegen Steuerhinterziehung in den Schuldturm zu werfen. In letzter Sekunde gelingt es Will, in die nahe gelegenen Wälder zu fliehen, wo er einer kleinen Gruppe von Rebellen begegnet. Gemeinsam ziehen sie nun gegen die Drachen in den Kampf, um sich ihr Gold zurückzuholen...

Nemesis (1) - Geliebter Feind von Anna Banks
Romantasy
Auch dies ist der Auftakt zu einer neuen Reihe und zwar einer Dilogie. Ich hoffe ja sehr, dass der romantische Fantasyroman nicht überzeugen kann. Der Clou ist zwar nicht unbedingt neu, aber erinnert ein bisschen an ein Märchen. 

Prinzessin Sepora ist auf der Flucht: Ihr Vater will sich mithilfe ihrer einzigartigen Gabe zum Herrscher über alle fünf Königreiche aufschwingen. Um das zu verhindern, taucht sie im verfeindeten Theoria unter, wo sie unfreiwillig als Dienerin am Königshof landet. Prompt verliebt sie sich in den jungen, smarten König Tarik – und steht schon bald vor einer folgenschweren Entscheidung: Ist sie bereit, ihren Gefühlen nachzugeben und Tarik die Wahrheit über ihre Herkunft zu verraten?

Und wie sieht es bei euch aus? Habt ihr einen der Romane schon gelesen? Wie hat er euch gefallen? Oder liegt er noch auf eurem SuB oder steht auf eurer Wunschliste? Habt ihr ein Lieblingsuntergenre in der Fantasy? Oder lest ihr Fantasy vielleicht gar nicht?

Freitag, 16. Juni 2017

[Kurzrezension] Muschelkäfer morden nicht von Johannes Wilkes

Titel: Muschelkäfer morden nicht
Reihe: Spiekeroog
Band: 3
Autor: Johannes Wilkes
Genre: Kriminalroman
Erscheinungsdatum: 07.06.2017
Seiten: 220
Verlag: ars vivendi
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-86913-778-0
Originalpreis: 13,00€

Kurzbeschreibung: 
Da will man endlich mal in Ruhe an der Nordsee Urlaub machen – und ist schon am ersten Ferientag wieder mit einer Leiche konfrontiert! Zwar sieht alles nach einem Badeunfall aus, doch Kommissar Mütze glaubt nicht daran. Zu viele seltsame Dinge passieren auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog. Wer setzt sein Baby um Mitternacht vor einem Hotelfenster aus? Welchen Kummer versucht Nora, die Inselprostituierte, in Whiskey zu ertränken? Wo ist die Kameratasche des toten Touristen, zu Lebzeiten begeisterter Vogelkundler und Fotograf, geblieben? Woher wissen die drei dubiosen Regenschirmmänner immer schon früher als alle anderen, dass das Wetter umschlagen wird? Und warum muss ein armer Muschelkäfer auf Reisen gehen? Mütze ermittelt zwischen Hafen, Dünen und Strand, während sein Lebensgefährte Karl-Dieter sich liebevoll um das Baby kümmert und im Stillen hofft, dass sich sein eigener Kinderwunsch vielleicht doch noch erfüllen wird … 

Meinung: 
Für mich war dieser Roman ein Quereinstieg in die Reihe. Diesem Roman gehen bereits zwei weitere voran, die ebenfalls auf Spiekeroog spielen, sowie ein zusätzlicher, der sich auf Schauplätze in Franken konzentriert. „Muschelkäfer morden nicht“ kann man allerdings durchaus auch ohne die Vorgänger lesen. Die Geschichte umfasst einen Handlungsstrang, der sich mit einem Mordfall beschäftigt, und einen, bei dem es um Karl-Dieter und seine Vaterfreuden geht. Während der Ermittler Mütze also ermittelt, macht Karl-Dieter Urlaub und lebt seinen Traum vom Vater sein aus. Dabei gerät das schwule Pärchen öfters aneinander, aber generell ist die Geschichte sehr humorvoll und gemütlich gehalten. Gerade Mütze und Karl-Dieter in Kombination dominieren das Buch. Leider verdrängt das den eigentlichen Mordfall ein bisschen. Der wird zwar nach und nach gelöst – mit interessanten Wendungen, aber mir persönlich ging das viel zu langsam. Es war ganz amüsant nicht nur die Geschichte des Ermittlers zu verfolgen, aber meiner Meinung nach war Karl-Dieter im Roman durchaus auch eine Schwäche. Das ist aber vermutlich auch ein bisschen Geschmackssache, da ich ernste Kriminalromane bevorzuge. Die Charaktere werden jedenfalls gut beleuchtet und gerade Mütze und Karl-Dieter lernt man gut kennen, wodurch sich durchaus ein Identifikationspotenzial ergibt. Der Krimi ist insgesamt vor allem gemütliche Unterhaltungsliteratur – vielleicht ja für einen Ausflug nach Spiekeroog?

Fazit: 
„Muschelkäfer morden nicht“ ist ein humorvoller Kriminalroman, der mit seinen Charakteren und seinem Schauplatz durchaus eine gewisse Anziehungskraft ausübt. Wer aber lieber ernste Krimis liest, die nicht so stark abdriften, ist hiermit nicht so gut beraten.

Inhalt: 3/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 2/5
Schreibstil: 4/5

Gesamt: