Donnerstag, 4. Mai 2017

[Rezension] Das Vermächtnis des Alchemisten von Kevin Sands

Titel: Das Vermächtnis des Alchemisten
Reihe: Der Blackthorn-Code
Band: 1
Autor: Kevin Sands
Genre: Abenteuer-Kinderroman
Erscheinungsdatum: 14.10.2016
Seiten: 336
Verlag: dtv Junior
Format: Hardcover
ISBN-13: 978-3-423-76148-2
Originalpreis: 15,95€

Kurzbeschreibung: 
»Verrate es niemandem« 

Bis zu dieser rätselhaften Warnung war Christopher Rowe eigentlich zufrieden mit seinem Leben als Lehrling des Apothekermeisters und Alchemisten Benedict Blackthorn. Er hatte ein Dach über dem Kopf, sein Meister lehrte ihn nicht nur, wie man Mittel gegen Warzen herstellt, sondern auch wie man verschlüsselte Botschaften knackt und Rätsel löst. Doch das alles ändert sich, als eine Serie mysteriöser Morde London heimsucht. Fast immer sind es Alchemisten, die getötet werden. Christopher spürt, dass sein Meister in Gefahr ist. Ihm bleibt nur wenig Zeit, die Mörder zu enttarnen und hinter ein Geheimnis zu kommen, das so mächtig ist, dass es die Welt zerstören kann … 

Meinung: 
Das Kinderbuch schmückt ein farbintensives Cover mit Anspielungen auf Thema und Inhalt. Die Beschreibung dazu macht neugierig und gibt gleichzeitig Auskunft über das Setting und ist dabei gleichzeitig sehr informativ gehalten, aber verrät nichts Wichtiges. Gerade Rätsel in Kombination mit Verschwörungen und Morden als Stoff eines Romans finde ich persönlich sehr interessant und sind gerade für junge Leser auch reizvoll.

Die Handlung hält sich auch sehr präzise an diese Motive und es wird keine Seite mit Nichtigkeiten verschwendet. Das sorgt einerseits dafür, dass der Plot präzise ist und sich ein klar erkennbarer roter Faden durchs Buch zieht, es dem Buch aber auch ein bisschen an Persönlichkeit fehlt, da es keine Szenen gibt, die einfach nur der Untermalung dienen. Der Anfang zieht sich etwas und zugegebenermaßen kam dadurch das Ende für mich umso überraschender. Generell ist der Roman sehr jugendlich, fast schon kindlich gehalten, was auch zur Zielgruppe passt. Es baut sich eine historische Atmosphäre auf, die sehr zum Lesevergnügen beiträgt. Man hat das Gefühl, wirklich im London jener Zeit zu sein. Die Geschichte um den verschlüsselten Code herum, den Christopher lösen muss, fand ich sehr interessant und letztendlich kann man beim genauen Lesen auch selbst frühzeitig auf den Mörder kommen. Überraschenderweise gibt es einige Action- und Kampfszenen im Buch, die sehr knackig und clever waren. Schön war auch, dass Freundschaft hier ein sehr wichtiges Thema ist. Das Ende wird von hinten aufgelöst, was auch sehr interessant ist. Generell bietet das Buch viel starke Handlung, aber es fehlen ein bisschen die Zwischenmomente, in denen die Charaktere im Fokus stehen.

Christopher war ein sehr passender Protagonist für die Geschichte. Er wirkt sehr sympathisch, gerade weil er ein eher intelligenter Junge ist, der dafür wenig Kraft besitzt. Das wurde sehr gut umgesetzt, da er sich seine Auswege immer durch logisches Denken sucht und oft auch mal Rückschläge erleidet, weil er eben kein Muskelpaket ist. Dadurch wirkt er auch nicht zu stark, sondern ausgeglichen. Dennoch muss ich sagen, dass mir die Charaktere im Buch viel zu kurz kamen, auch Christopher. Alle werden auf die Geschichte reduziert und nur grob beschrieben. Es passt zwar zur Geschichte, vor allem weil es ja ein Buch für Kinder ist, aber dennoch ist es schade, weil man mit Christopher so nicht ganz so sehr mitfühlen konnte.

Auch die Ich-Perspektive kann das nicht wirklich ändern. Der Schreibstil war recht einfach gehalten, schafft es aber trotzdem die historische Atmosphäre zu stützen. Es gibt viele Dialoge, aber auch mal längere Absätze. Das wechselt sich aber recht gut ab, so dass es nicht zu viel wird. Die Kapitel werden noch einmal in Abschnitte unterteilt, die Tagen zugeordnet sind, was ich persönlich sehr praktisch fand, da man so einen Überblick darüber hatte, in welchem Zeitraum sich das Ganze abspielt.

Der Roman ist eine Mischung aus alten und neuen Ideen. Der Waisenjunge ist ein alter Hut, so wie auch der überfreundliche Meister. Dafür war die Idee rund um das Apothekenwesen herum sehr interessant und gerade die Rätsel bringen ein bisschen Pepp in die Sache. Es zieht sich trotzdem ein bisschen, aber gerade das Ende läuft Zack auf Zack ab. Gerade in der Kindersparte ist dieser Roman mit Sicherheit ein Gewinn, gerade auch durch die behandelten Themen. Mir persönlich fehlte es an Detailtiefe, aber für ein Kinderbuch war es passend.

Fazit:
„Das Vermächtnis des Alchemisten“ ist ein verheißungsvoller Auftakt einer Kinderbuchreihe, die durch ihr Thema durchaus auch Erwachsene ansprechen kann. Rätsel, Alchemie und Freundschaft – das sind nur einige zentrale Punkte, die behandelt werden.

Inhalt: 4/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3/5
Schreibstil: 4/5

Gesamt: 

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