Dienstag, 23. Mai 2017

[Aktion] Gemeinsam Lesen #046


Diese Aktion leiten Summi und Naddlpaddl von Schlunzen-Bücher. Jeden Dienstag stellt man das Buch vor, das man aktuell liest und beantwortet noch eine zusätzliche Frage.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du? 

Gerade lese ich "Rette mich vor dir" von Tahereh Mafi und bin auf S. 201.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite? 
Noch 90 Sekunden.
 3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Und da sind wir wieder. Der zweite Teil der "Shatter Me"-Reihe. Den ersten Band fand ich ja nicht so prickelnd. Dementsprechend hoch sind meine Erwartungen an diesen Teil. Aber bisher ist es sogar ganz okay. Juliette nervt noch immer und zieht ihre Buhu-Mitleidsshow ab. Aber ansonsten ist es ganz interessant, weil man mal etwas mehr von den anderen sieht - auch wenn die liebe Protagonistin das zu unterbinden versucht, indem sie ständig nur an ihren Love Interest denkt oder rumflennt. Eigentlich hoffe ich im Moment nur, dass die Konfrontation, die bevorsteht, vielleicht ein bisschen mehr Spannung reinbringt.

4. Wie viele Seiten lest ihr im Durchschnitt in einem Monat?

Zurzeit variiert das extrem. Dieses Jahr liege ich bisher so zwischen 2.000 und 3.000 Seiten. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich generell mehr in der warmen Jahreszeit lese - sonst fallen mir die Finger vor Kälte oft ab - und ich derzeit mit meinem Praktikum deutlich weniger zum Lesen komme. Aber ehrlich gesagt achte ich da auch gar nicht so sehr auf Seiten. Das habe ich früher, aber heute geht es mir mehr um die Bücher. Denn sonst wüsste ich die dünnen Bücher gar nicht richtig zu würdigen. 

Samstag, 20. Mai 2017

[Aktion] Leseausblick #017

Diese Aktion hat Martin von Martins Minds ins Leben gerufen. Jeden Samstag stellt man ein Buch vor, das man als nächstes lesen möchte und beantwortet ein paar Fragen dazu. 

Der Marsianer von Andy Weir

Klappentext:
Der Astronaut Mark Watney war auf dem besten Weg, eine lebende Legende zu werden: Als einer der ersten Menschen in der Geschichte der Raumfahrt betritt er den Mars. Nun, sechs Tage später, ist Mark auf dem besten Weg, der erste Mensch zu werden, der auf dem Mars sterben wird: Bei einer Expedition auf dem Roten Planeten gerät er in einen Sandsturm, und als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Ausrüstung. Ohne Nahrung. Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Es ist der Beginn eines spektakulären Überlebenskampfes ...

1. Warum wolltest du das Buch haben? 
Das hat verschiedene Gründe. In den letzten Wochen wurde es mir irgendwie immer wieder ins Gedächtnis gerufen. Zum einen hat eine gute Freundin von mir es gelesen und geliebt. Und mein Freund wollte den Film mal mit mir sehen. Aber wenn ich die Möglichkeit habe, lese ich vorher immer lieber das Buch. Und als ich dann die Leseproben (auf Englisch und Deutsch) gelesen habe, war ich hin und weg. Okay, eigentlich vom Englischen. Aber da ich meinen Englischkünsten mit technischen Begriffen nicht so traue, habe ich erstmal die Übersetzung genommen. Wenn es mir sehr gut gefällt, versuche ich's vielleicht auch noch mit dem Original.

2. Wie lange liegt es schon auf deinem SuB? 
Seit Anfang März, also ein bisschen mehr als zwei Wochen. Aber ich bin schon richtig ungeduldig.

3. Warum möchtest du es jetzt lesen?
Eigentlich wollte ich es ja bereits lesen. Ich bin schon ganz hibbelig darauf, aber ich wollte "Rette mich vor dir" vorschieben, weil ich da so wenig Lust drauf hatte, aber bevor ich es wieder nicht lese und zurückgeben muss... Jedenfalls finde ich die Prämisse bei diesem Roman so spannend und wie gesagt: Die ersten Seiten sind extrem verlockend. Hoffentlich sind meine Erwartungen nicht bereits zu hoch gesteckt. :D Aber ich freue mich einfach riesig drauf. Das hatte ich jetzt schon länger nicht mehr und ich genieße das richtig. Vielleicht lasse ich mich auch deshalb noch etwas zappeln...

Donnerstag, 18. Mai 2017

[Neuzugänge] Kaufrausch, Kapitel 2

Hast du drei Tage kein Buch gelesen, 
werden deine Worte seicht.
– Chinesische Weisheit

Ja, ich weiß. Ich wollte eigentlich erst einmal fasten. Aber die Umstände haben mich leider verlockt und deshalb gibt es diesen Monat doch noch einmal Neuzugänge. Dafür bin ich den restlichen Monat über aber brav, versprochen. 

Kauf:

Fränkisches Chili von Susanne Reiche
Letzte Woche war ich mit dem ars vivendi Verlag beim Krimifestival unterwegs und durfte mich dort um den Büchertisch kümmern. Und da ich dann die Gelegenheit hatte, das Buch von der Autorin signieren zu lassen, bin ich schwach geworden. Und immerhin lese ich so auch mal etwas Regionales, auch wenn ich eigentlich nicht so der Krimityp bin.   

Im mittelfränkischen Knoblauchsland wird die Leiche eines erfolgreichen Bauunternehmers gefunden. Seine letzte Mahlzeit: vergiftetes Chili. Während Nürnberg unter einer Hitzewelle stöhnt, ermittelt Kommissar Kastner beharrlich in alle Richtungen – durchaus zum Leidwesen der kühlen Unternehmerwitwe, die mit dem Wirtschaftsreferenten per Du ist und offenbar etwas zu verbergen hat. Von der Arroganz der Mächtigen lässt Kastner sich jedoch nicht einschüchtern – er forscht im noblen Erlenstegen ebenso nach wie bei der Bau- und Umweltverwaltung, denn um die letzten freien Flächen im Norden Nürnbergs toben massive Verteilungskämpfe. Dann gibt eine Vogelscheuche im Armani-Jackett dem Fall eine überraschende Wendung ...

Die Flüsse von London von Ben Aaranovitch 
Dieses Buch - und die ganze Reihe - springt einen in den Buchhandlungen ja förmlich an. Man kann nicht dran vorbeigehen, ohne es zu bemerken. Ja, es ist auch ein Krimi. Aber dieser Roman steht schon sehr lange auf meiner Wunschliste und London als Setting finde ich immer interessant.

Peter Grant ist frischgebackener Police Constable in London. Eines Nachts wird er nach Covent Garden zum Tatort eines grausigen Mordes beordert. Dort begegnet er einem Geist, der behauptet, Zeuge des Mordes gewesen zu sein. Peters Hang zum Magischen und seine Begegnung mit dem Übernatürlichen ruft den letzten Zauberer Englands auf den Plan: seinen Vorgesetzten, Polizeiinspektor Thomas Nightingale. Der führt Peter in die Grundlagen der Magie ein. Ab jetzt wird Peters Leben um einiges komplizierter.

Zwölf Wasser (1) - Zu den Anfängen von E.L. Greiff 
Die liebe Aleshanee darf sich hier mal an die Nase fassen. Denn diese Reihe hat sie in ihren Geheimtipps erwähnt und mich damit direkt neugierig gemacht. Und da ich die Gelegenheit hatte, bei dtv zu bestellen, musste dieser Reihenauftakt eben auch noch mit. Mal sehen, ob ich Aleshanees Meinung teilen werde.   

Zwölf Quellen – zwölf große menschliche Tugenden: Auf dem Kontinent sind das Wasser und die Menschlichkeit untrennbar miteinander verbunden. Aber eine Bedrohung schwebt über der Welt, denn Quelle für Quelle versiegt. Ein Verlust, der zu gravierenden Veränderungen führt – für das Zusammenleben der Völker und für jeden einzelnen Menschen. Das Böse gewinnt an Macht …

Und wie sieht es mit euch aus? Habt ihr einen der Romane schon gelesen? Wie hat er euch gefallen? Oder liegt er noch auf eurem SuB oder steht auf eurem Wunschzettel? Und was sagt ihr zu (regionalen) Krimis?   

Mittwoch, 17. Mai 2017

[Rezension aus dem Archiv] Sannah & Ham von Tom Ellen & Lucy Ivison

Diese Rezension wurde zusammen mit der lieben Fiorella von Märchen und Pralinen geschrieben.

Titel: Sannah & Ham
Autor: Tom Ellen & Lucy Ivison
Genre: Jugendroman
Erscheinungsdatum: 22.08.2014
Seiten: 400
Verlag: Chicken House
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3551520661
Originalpreis: 14,99€

Kurzbeschreibung:
Genau einen Sommer lang brauchen Hannah und Sam, um ein echtes Liebespaar zu werden. Dabei ist bereits die erste Begegnung für beide unvergesslich. Wer verliebt sich schon auf dem Klo? Aber bevor das Schicksal sie endlich zueinander führt, müssen sie peinliche Situationen überstehen und die gutgemeinten, aber hirnrissigen Ratschläge ihrer Freunde umsetzen. Und dann können sie sich - hurra! - vom schrecklichsten aller schrecklichen Albträume verabschieden: womöglich NIEMALS ihre Jungfräulichkeit zu verlieren. 

Meinung:
Gestaltung des Buches:
Ich
Ich mag die Aufmachung des Buches sehr. Ungewöhnlich ist, dass das Impressum ganz hinten im Buch ist, aber das finde ich nicht schlimm. So muss man nicht ewig blättern bis das Buch auch wirklich beginnt. Zum anderen ist es eine Klappbroschur und die mag ich sowieso sehr gerne, besonders weil der Umschlag dadurch dicker ist. Das Foto auf dem Cover finde ich auch ganz niedlich, auch wenn das Mädchen nicht die gleiche Haarfarbe hat wie Hannah. Das Buch ist sehr speziell aufgebaut. Hannahs und Sams Sicht sind beide voneinander versetzt. Hannah steht links, Sam rechts, das heißt es gibt immer einen größeren Rand auf der linken oder rechten Seite. Praktisch daran ist, dass die Zeilen nicht so lang sind und es den Lesefluss erheblich verbessert. Und außerdem merkt man so immer aktiv, wenn die Perspektive wechselt.

Handlung:
Ich 
Die Handlung ist so alltäglich, dass ich mich manchmal in die beiden sehr gut hineinversetzen konnte. Genau genommen geht es um Liebe, Freundschaft und das Leben an und für sich. Es ist oft witzig, aber manchmal würde man das Buch auch am Liebsten in die Ecke werfen, weil alles mal wieder schief läuft - oder man selbst es einfach so gar nicht nachvollziehen kann. Und so schlittern Hannah & Sam durch die aber witzigsten Ereignisse, mal lustig, mal traurig. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich bei einem Buch das letzte Mal so gelacht habe - ich glaube einmal konnte ich fünf Minuten lang nicht mehr aufhören - oder mit gebrüllt, dass es doch nicht sein könne, dass schon wieder alles schief geht. Normalerweise lese ich solche Arten von Büchern gar nicht. Zugegeben, ich persönlich war nie so ein Mädchen wie Hannah, Stella, Tilly und Grace, aber das heißt nicht, dass man diese Sorgen, die die vier haben, nicht auch irgendwie kennt. Generell ist die Thematik einfach sehr natürlich und auf dem Boden geblieben. Natürlich gibt es auch Punkte, die ich so gar nicht nachvollziehen konnte. Da werden teilweise Dinge aufgeworfen, die dann plötzlich schnell abgehandelt werden. Und die Charaktere bekommen ihren Mund einfach nicht auf. Auch sehr schade ist, dass das Thema Liebe in der Kurzbeschreibung so in den Vordergrund gestellt wird, aber eigentlich sehen sich Hannah und Sam nur sehr selten und dann passiert irgendwie auch nichts so richtig, nur der Anfang hat es in der Hinsicht in sich. Ab dem Urlaub der beiden Protagonisten geht das Buch langsam den Bach hinunter. Ich hab den gar nicht verstanden. Im Endeffekt war er irgendwie sinnlos. Und eher ein Lückenfüller.

Fiorella 
Klar und einfach. Es passieren keine besonderen Wendungen oder Überraschungen. Es ist ein ganz normaler Abschlusssommer mit leben zweier Teenager. Prüfungsbammel, Abschlusspartys, Urlaub mit den Freunden in Griechenland oder mit den Eltern auf einer natürlich sterbenslangweiligen Insel, danach wieder jede Menge Partys und Dates und nervige Eltern. Für mich bedient sich das Buch sehr vieler Klischees und es war nichts Wirklich neues dabei. Am Anfang fand ich die Handlung noch sehr schön. Sie wird durch witzige Dialoge begleitet, die mich oftmals auch lauthals zum Lachen brachten, dann gab es aber wieder eher langatmige Momente, wo ich mich fragte, welchen Sinn hat diese Seite jetzt im Gesamtkontext? Für mich ist Sannah und Ham gar keine reine Liebesgeschichte, denn die beiden Hauptprotagonisten treffen nicht sehr oft aufeinander und haben sich auch dann nicht viel zu sagen. Ihr sagenhaftes erstes Treffen war noch das Beste. Es ist mehr ein Buch über ein Mädchen und einen Jungen mit sehr vielen Minderwertigkeitskomplexen, die schüchtern sind, sich alles gefallen lassen und versuchen im Strom mit zu schwimmen, und nie auch nur in Erwähnung ziehen die Richtung zu wechseln und ein Individuum zu werden. Beide wünschen sich wie andere zu sein, wie die breite Masse, das Gleiche zu erleben und zu fühlen. Im Laufe des Sommers entdecken sie sich beide selbst, jeder auf seine eigene Art und Weise, lernen mit ihren Gefühlen und dem Erwachsenwerden klar zu kommen, lernen ihre Freunde und sich selbst besser kennen, ehe sie beide einen gemeinsamen recht holprigen Weg einschlagen.

Charaktere:
Ich
Die Charaktere wirken überwiegend glaubwürdig, wenn auch nicht alle - aber das vermutlich eher von den Autoren gewollt - unbedingt sympathisch. Hannah und Sam sind beide Charaktere, in die sich der Leser gut hineinversetzen kann. Sie stehen beide nicht gerade im Mittelpunkt und sind auch eher Bücherwürmer. Das kommt zwar im Buch nur am Rande tatsächlich mal durch, aber man merkt einfach, dass sie nicht so auf Party machen stehen wie die anderen und dass sie...ja, eher auf dem Boden geblieben sind. Auf jeden Fall gab es kein unnötiges Gejammer und selbst die Schwärmereien, die ihnen durch den Kopf gehen, sind gar nicht übertrieben. Allerdings verhalten sie sich manchmal - besonders Hannah - etwas seltsam und wie oben schon erwähnt, ist die Kommunikation im Buch quasi nicht vorhanden. Die Leute reden einfach nicht miteinander, obwohl das die meisten Probleme sofort lösen könnte - und damit meine ich wirklich winzige Probleme. Viele Charaktere bleiben auch eher blass und im Nachhinein hätte man den einen oder anderen auch streichen können. So richtig gemocht habe ich eigentlich niemanden, dass ich ihn ins Herz schließen konnte. Hannah lässt alles mit sich machen, Sam ist ein absoluter Mitläufer, Stella ist unausstehlich, Robin erzählt nur Schwachsinn und die meisten anderen Charaktere haben einfach keine Substanz. Gerade weil nur diese vier Charaktere häufig vorkommen, erfährt man nicht viel über die anderen, obwohl da mit Sicherheit Potenzial gewesen wäre.

Fiorella
Ich konnte mich leider nicht sehr gut in die Protagonisten hereinsetzen. Hannah ist schüchtern, wunderhübsch mit langen blonden Haaren und blauen Augen, hält sich selbst aber für hässlich und unattraktiv. Sie stellt ihr Licht selbst hinter den Scheffel und rückt freiwillig in den Schatten ihrer besten Freundin Stella. Ich konnte ihre Handlungen leider nicht nachvollziehen. Sie lässt Stella alles bestimmen und ärgert sich im Stillen darüber - es gab so einige Momente, da habe ich ihre Freundin gehasst für ihre Art und Weise andere runter zu machen, Hannah zu quälen und es auch noch als süß und liebevoll zu betiteln. Stella ist eine Heuchlerin, egoistisch und nur lieb zu anderen, wenn sie gerade Lust drauf hat. Und Hannah weiß es. Sie möchte am liebsten Stella von ihrer Freundinnenliste schubsen, aber dann gibt sie doch wieder auf, verzeiht ihr. Sie hat keinen sehr starken Charakter. Andrerseits ist sie intelligent und süß und albern und macht gerne verrückte Dinge mit, sie verkleidet sich, ist weder ängstlich noch wasserscheu und ist durchaus ein sehr aufgeschlossener Mensch, wenn sie sich nicht ständig einreden würde, dass sie langweilig sei. Sam ist vom Typus Hannah in männlicher Form. Er hängt mit Jungs ab, die ganz und gar nicht zu seinem Niveau passen und möchte um jeden Preis endlich ein Mann werden indem er seine Jungfräulichkeit verliert. Dabei stellt er sich so unbeholfen an, dass es fast schon wieder lustig ist, wenn ich es nicht so traurig fände, dass er sich selbst so kaputt damit macht. Er ist ein lustiger Typ, der es nur nicht immer offen zeigt. Für mich kam er sehr willenlos rüber, als hätte er kein klares Ziel vor Augen, außer sein Wunsch an die University Cambridge zu gehen. Er knutscht mit wildfremden Mädchen, weil es alle machen und steigert sich schnell in eine erfundene Eifersucht hinein. Die anderen Nebencharaktere fand ich leider mehr blass und lieblos. Von Hannahs besten Freundinnen Stella, Grace und Tilly wusste ich am Ende eigentlich nur über Stella Bescheid. Am Ende muss ich sagen hat sie mir als bösartigen liebeshungrigen Charakter am besten Gefallen. Sie hat ihre Gründe warum sie so geworden ist wie sie ist und sie tat mir manchmal Leid, da sie ganz eindeutig nach der Aufmerksamkeit und Bewunderung hechelt, die sie im Elternhaus nicht bekommt. Grace erschien mir ein bisschen unsicher, aber nett, die auch Geheimnisse bewahren kann und nicht alles an die große Glocke hängt, aber zu Tilly kann ich eigentlich gar nichts sagen. Sams Freunde sind eine spur besser. Robin und Chris. Robin mochte ich. Er war wie ein kleines Mädchen, aufgeregt, ständig im aktuellen klatsch und Tratsch verwickelt - es war sehr amüsant die Dialoge mit ihm zu lesen. Pax und Casper von einem Urlaubsflirt fand ich ebenfalls besser geschliffen, als die Hauptcharaktere. Pax, das ewige Riesenbaby mit keinem eigenen Willen und Casper mein persönlicher Held. Der perfekte Kumpel. Ich mochte ihn wirklich sehr. Mein Lieblingscharakter ist Hannahs Oma. Sie ist mir mit ihrer flippigen, aber herzlichen Art richtig ans Herz gewachsen. Sie ist wirklich die Beste und diesmal nicht aus dem Klischee gegriffen, sondern eine ganz eigene individuelle Persönlichkeit.

Schreibstil:
Ich 
Der Schreibstil war locker. Und auch nicht zu sehr in der Jugendsprache verhaftet, aber genug, dass es nicht zu erwachsen wirkt. Die beiden Autoren harmonieren auch sehr gut miteinander. Man hat jetzt nicht das Gefühl, das man ein völlig anderes Buch liest, sobald die Perspektiven gewechselt werden. Die Trennung der Wörter ist manchmal etwas nervig, was durch den zusammengepressten Textblock leider einfach nicht anders geht. Manchmal war ich wegen der verwendeten Begriffe auch etwas schockiert, aber das passt natürlich super zu Jugendlichen. Dennoch hatte ich gar nicht damit gerechnet und das war erst einmal sehr gewöhnungsbedürftig für mich - besonders weil selbst Hannah und Sam, die ich eigentlich für etwas kultivierter hielt, ziemlich unartige Begriffe in den Mund nehmen.

Fiorella
Der Schreibstil ist eindeutig für Jugendliche. Der Einfallsreichtum lässt zu Wünschen übrig und pendelt immer mal wieder zwischen Bitch und Ficken hin und her. So etwas mag ich nicht und lese ich auch nicht gern. es hält sich noch in Grenzen, aber dennoch gibt es auch Kreise im Jugendalter, die sich noch mehr Wörter bedienen als Bitch. Selbst Hannah hat in diesem Slang gesprochen, was ich für ein Mädchen mit ihrem Intellektuell nicht sehr passend fand. Schade eigentlich. da hätten die Autoren mehr herausholen können.

Lesespaß: 
Ich 
Im Großen und Ganzen fand ich das Buch in Ordnung. Ich bin doch etwas skeptisch herangegangen. Leider hält der Anfang des Buches nicht sein Versprechen. Wäre das Buch so gut wie noch am Anfang, wäre es mit Sicherheit richtig gut geworden, die emotionale Ebene hat meiner Meinung nach auch gepasst, aber irgendwie läuft alles auf nichts hinaus und am Ende ist man nur enttäuscht. Der Leser erlebt einen ganzen Sommer mit Hannah und Sam und zurück bleibt nur ein bitterer Nachgeschmack, weil es kein richtiges Happy End gibt. Und noch dazu sind Hannah und Stella am Ende wieder Freundinnen und ich bin mir nicht sicher, ob das Hannahs Stärke oder Schwäche zeigt. Ich hatte schon Spaß beim Lesen, aber der wurde mit der Zeit durch Unverständnis ersetzt. Ich bin selbst ein schüchterner Typ Mensch, aber ich würde mich niemals so durch die Gegend schieben lassen. Manche Dinge gehen dann auch einfach unter und bleiben im Gesamtkontext völlig unbedeutend. Da hätte man so viel mehr draus machen können. Spannung: Ich Man erwartet immer, dass endlich etwas passiert und anfangs ist das auch noch berechtigt, aber irgendwie wird die Spannung gegen Ende hin verschluckt und man wartet nur noch, dass endlich mal das ohnehin vorhersehbare passiert.

Fiorella
Am Anfang fand ich das Buch klasse. Es hat zwar keine große Spannung und die Liebesgeschichte zwischen Hannah und Sam plätschert mehr schlecht als recht vor sich hin, aber es brachte mich in den aus dem Leben gegriffenen Dialogen oft zum Lachen. Es war nicht nur ein Schmunzeln, sondern wirklich offen, laut und echt und das hat mir sehr gut gefallen. Leider flacht es zum Ende des Buches immer mehr ab, sodass auch der Humor sich schließlich verliert und ich das Buch eigentlich nur noch gelesen habe, weil ich wissen wollte, ob das jetzt zwischen Hannah und Sam noch etwas wird oder nicht. Das Ende hat mir gar nicht gefallen. Es ist nicht das große Happy End, wie erwartet, aber genau das was alle wollten. Es ist ein bisschen ernüchternd, dass Hannah nun endlich ihren "Hummer" gefunden hat und dann geht die letzte Seite still und leise dahin und ich dachte mir nur: Was, das soll das Ende gewesen sein?

Mein Fazit:
Es ist ein gutes Buch. Jeder, der Bücher mit besonderer Fixierung auf das Thema Freundschaft und einer Prise Liebe mag, aber nichts tiefgründiges will, kann hier beherzt zugreifen. Es ist witzig und sensibel und ganz anders als man erwartet, sowohl positiv als auch negativ.

Gesamt: 



Inhalt: 3/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3/5
Spannung: 2/5
Schreibstil: 3/5
Preis/Leistung: 3/5

Fiorellas Fazit:
Mir hat das Buch an sich ganz gut gefallen, allerdings bin ich enttäuscht. Ich hatte mir mehr erhofft und etwas Größeres erwartet, nachdem das Buch überall so hochgeschaukelt wurde und auch der Klappentext sehr viel versprechend klang. Ich konnte viel Lachen, aber es gab auch Seiten, die ich überflogen habe, weil einfach nichts passierte! Die Grundidee ist sehr schön, aber ich habe die Logik vergeblich gesucht und hätten die Autoren an der einen oder anderen Stelle vielleicht einen anderen Weg eingeschlagen, dann hätte es mir vielleicht besser gefallen. Schade. Ich gebe dem Buch drei Sterne.

Gesamt:



Inhalt: 3/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 3/5
Spannung: 1/5
Schreibstil: 2/5
Preis/Leistung: 2/5

Geschrieben am: 22.08.14

Zu Fiorellas Doppelrezension kommt ihr hier.

Dienstag, 16. Mai 2017

[Aktion] Gemeinsam Lesen #045


Diese Aktion leiten Summi und Naddlpaddl von Schlunzen-Bücher. Jeden Dienstag stellt man das Buch vor, das man aktuell liest und beantwortet noch eine zusätzliche Frage.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du? 

Gerade lese ich "Tote Mädchen lügen nicht" von Jay Asher und bin auf S. 217.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite? 
Es kommt mir so vor, als wären wir immer wieder denselben Weg gefahren, seit wir das Rosie's verlassen haben.
 3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich denke mal, dass es so gut wie niemanden mehr gibt, der dieses Buch noch nicht kennt - oder wenigstens die Serie dazu. Von einem davon hat man auf jeden Fall schon gehört - oder es selbst gelesen/gesehen. Ich hab das Buch vor fast zehn Jahren gelesen und damals war ich mäßig begeistert. Aber ich war vermutlich auch zu jung für die Materie. Nachdem ich im April die Serie angesehen habe, wollte ich das Buch auch nochmal lesen, um zu vergleichen wie genau die Serie sich an die Vorlage hält. Und bis jetzt ist das Buch wirklich gut. Ich glaube, viele Stellen wurden sogar 1:1 übernommen.

4. Wie wäre dein Leben, wenn du dein aktueller Protagonist wärst?

Mein Leben an sich wäre recht normal. Clay ist ja ein ziemlicher Durchschnittskerl. Er ist nicht besonders cool, aber auch kein Versager. Nett eben. Alle mögen ihn, aber er ist nirgends wirklich dabei. Stattdessen ist er eher zurückhaltend. Zur Zeit des Buches ist sein Leben allerdings am Abgrund. Immerhin muss er sich anhören, warum ein Mädchen, das er mochte, sich umgebracht hat - und wird auch noch mitunter dafür verantwortlich gemacht. Das ist definitiv kein Spaß und so etwas kann man dann auch nicht einfach vergessen.

Montag, 15. Mai 2017

[Rezension] Selkie von Antonia Neumayer

Titel: Selkie
Autor: Antonia Neumayer
Genre: Abenteuer-Fantasy
Erscheinungsdatum: 10.04.2017
Seiten: 512
Verlag: Heyne
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-453-31799-4
Originalpreis: 12,99€

Klappentext:
Als Kate im Hafen ihrer kleinen Heimatinsel im Orkney-Archipel die drei Fremden das erste Mal sieht, weiß sie, dass es Ärger geben wird. Die Männer sind gekommen, um ihren älteren Bruder Gabe mitzunehmen. Doch wohin und warum, das verraten sie nicht. Und das ist völlig inakzeptabel, findet Kate. Heimlich schleicht sie sich auf den Kutter der Fremden, um Gabe zu retten. Doch dann taucht der geheimnisvolle Ian an Bord auf, ein Schuss fällt. Und plötzlich springt Kate an Ians Seite in die eiskalte Nordsee. Mitten hinein in ein Abenteuer, das alles, was sie bisher über ihre Familie und ihre Inselwelt wusste, ins Wanken bringt …

Meinung:
Der Debütroman der Autorin lockt mit einem interessanten Thema, das bisher eher selten für Romane aufgegriffen wurde: Selkies, den mythischen Gestaltwandlerrobben. Das Cover ist recht schlicht gehalten und passt zum Inhalt, aber ist dabei trotzdem nicht sehr aussagekräftig. Da hat man sich ziemlich zurückgehalten. Die Kurzbeschreibung zum Roman fasst im Grunde die ersten hundert Seiten zusammen und klingt an und für sich eigentlich ganz interessant, aber auch noch recht geheimnisvoll. Ohne den Titel wäre jedenfalls nichts von der Selkie-Thematik zu erahnen. Im Buch gibt es noch eine Landkarte und diverse Zeichnungen, die unter anderem zwei wichtige Orte zeigen.

Das Buch beginnt sehr langsam und schleppend. Man wird sehr vorsichtig in Kates Leben eingeführt, ohne dabei wirklich viel zu erfahren. Es werden eher grobe Auskünfte gegeben, die der Geschichte selbst dienen. Hinzu kommt, dass man über die Hälfte des Buches hinweg im Dunkeln gelassen wird. Das ist gerade deshalb ziemlich anstrengend, da man als Leser recht schnell hinter die Geschichte blickt. Das heißt aber nicht, dass man das Ende sofort erraten kann. Trotzdem ließ es sich bereits nach der Hälfte grob erahnen. So richtig interessant wurde es leider erst nach über 300 Seiten. Ab da beginnt die Handlung in Fahrt zu kommen, zeigt sich aber mehrmals als sehr durchsichtig und plump. Dabei könnte die Thematik sehr viel Potenzial haben. Ich möchte nicht zu viel verraten, da ich sonst extrem spoilern würde, aber rein von der Idee hätte dies ein richtig gutes Buch werden können. Aber gerade die Tatsache, dass einfach niemand in diesem Buch mit niemandem redet, ist so furchtbar anstrengend. Und dann werden Fragen, die am Ende auftauchen, nie aufgeklärt. Heißt das nun, es kommt eine Fortsetzung? Das Ende war jedenfalls extrem lasch und noch einmal sehr ausladend. Ich fand es erfrischend, dass Liebe in diesem Buch keinen zentralen Teil eingenommen hat, aber dafür kam trotzdem einfach alles zu kurz und wurde immer nur angeschnitten. Als würde man nur die wichtigsten Punkte abklappern, um zum Ziel zu kommen. Der Clou der Geschichte war aber irgendwie ganz pfiffig, wenn auch frustrierend.

Aber die Handlung war gar nicht mal das Problem. Das war nämlich Kate, die Protagonistin der Geschichte. Die Person, über die man einfach gar nichts erfährt. Wenn ich mich jetzt an sie zu erinnern versuche, fällt mir einfach keine Information ein, außer dass sie vielleicht alles für ihren Bruder tun würde und Schafe hütet. Ich fand sie furchtbar inkonsistent, weil sie einfach keine richtige Persönlichkeit hatte. Und zudem war sie auch noch sehr anstrengend. Die anderen Charaktere waren im Vergleich nicht so schlimm, aber es gab nur wenige, die ich wirklich mochte. Darunter waren unter anderem Jack und Alaric, die beide wiederum sehr viel Persönlichkeit bekommen haben. Der zweite Perspektivträger, Ian, ist wiederum auch nicht so spannend, aber wenigstens erträglich.

Den Schreibstil mochte ich nur so halb. Ich weiß nicht, ob die Autorin es intendiert hat, aber gerade in Kates Passagen hatte ich ständig das Gefühl, dass alles wiederholt wurde. Erst denkt sie etwas, dann passiert es. So in etwa. Und man kam sich irgendwann richtig blöd dabei vor. Als müsste man alles erst einmal ewig lang und breit erklärt bekommen. Später bessert sich das zwar dezent, aber insgesamt hat es mir gerade Kate als Charakter zusätzlich extrem vergrätzt – und das obwohl ich sie eh schon nicht mochte. Bei Ian ist mir das allerdings weniger aufgefallen.

Wenn man sich bis zum hinteren Teil des Romans durchkämpft, erwartet einen durchaus eine ungewöhnliche Geschichte. Die Dürreperiode bis dahin wird einem allerdings durch die blasse Kate und ein ständiges Hin und Her in der Geschichte madiggemacht. Selbst am Ende fehlen noch viele Antworten. Mich hat das Buch leider erst am Ende gereizt. Bis dahin habe ich mich mehrmals beim Gedanken ertappt, es einfach abzubrechen. Die Geschichte hat trotzdem ihre Höhen, aber mir war das einfach viel zu viel Gerede um den heißen Brei herum und viel zu wenig richtige Handlung. Als Einzelband versagt dieser Roman leider…

Fazit:
„Selkie“ bietet eine sehr bodenständige Geschichte, die leider ihre vielen Handlungsfäden am Ende nicht richtig vereinen und durch halb ausgegorene Hauptcharaktere nicht überzeugen kann. Gute Ideen mit enttäuschender Umsetzung.

Inhalt: 3/5
Charaktere: 2/5
Lesespaß: 2/5
Schreibstil: 3/5

Gesamt:

Mittwoch, 10. Mai 2017

[Rezension aus dem Archiv] Greatcoats - Blutrecht von Sebastien de Castell

Verlinkt aufs Ebook
Titel: Blutrecht
Reihe: Greatcoats
Autor: Sebastien de Castell
Genre: Fantasy
Erscheinungsdatum: 12.05.2014
Seiten: 448
Verlag: Piper
Format: Klappenbroschur
ISBN-13: 978-3-492-70321-5
Originalpreis: 16,99€

Kurzbeschreibung: 
IHR NAME steht für das Gesetz 
IHR SCHWERT kämpft für Gerechtigkeit 
IHR WILLE beschützt die Schwachen 

Sie sind die »Greatcoats«, die fahrenden Richter des Königs. Doch der König ist tot und das neue Regime kennt weder Gesetz, noch Gerechtigkeit, noch Ehre: 
SIE SIND VERRÄTER. DIEBE. MÖRDER. 
Doch ihre letzte Mission kann sie zu Helden machen. 

Meinung:
Ich hatte hohe Erwartungen an dieses Buch. Der Klappentext lässt auf einen Fantasyroman schließen, der nicht weinerlich ist, sondern heroisch. Keine Gänseblümchenfantasy. Diese Erwartungen hat das Buch auch vollkommen erfüllt. Es geht düster zu in Tristia. Die Greatcoats, unter ihnen Falcio, der Protagonist, suchen die sogenannten Charoite des ermordeten Königs. Sie sind nirgends willkommen, aber versuchen jedem zu helfen. Sie treten für die Gerechtigkeit ein. Und sie sind sehr glaubwürdig, zumindest die Greatcoats an sich. Ich mag die Ideale, für die sie eintreten, und ich finde die Idee cool. Ich mag die gesamte Hintergrundgeschichte und die Welt. Alles wirkt sehr lebendig und man fühlt sich wirklich als wäre man direkt mit dabei.

Düster und actionreich, besser kann man es kaum beschreiben. Das Buch reißt mit und die Handlung wechselt rasch. Nur selten gibt es Ruhepausen. Auch wird das Buch unterteilt in Gegenwart und Vergangenheit, denn immer wieder wird Falcios früheres Leben aufgedeckt. Und diese Rückblicke passen immer perfekt und sind selten nervig, nur gegen Ende hin, wo man natürlich wissen will, was in der Gegenwart geschehen wird. Im Großen und Ganzen steckt das Buch voller Kämpfe und Intrigen, die Falcio selbst oft nicht einmal begreift, aber auch Humor hat es zu bieten.

Mein Problem war Falcio. Ich bin mit ihm nicht richtig warm geworden. Ich mag es wie er sich ab und zu an das Publikum persönlich wendet oder auch Kampftechniken im Voraus erklärt. Das ist wirklich cool geschrieben, aber auf der anderen Seite verstehe ich ihn manchmal nicht und außerdem ist er sehr distanziert. Mit seinen Freunden Kest und Brasti kam ich da viel besser klar. Die habe ich zwischenzeitlich sogar vermisst. Auch sind mir manche seiner Handlungen etwas seltsam vorgekommen, vor allem als es um eine Frau ging, die Falcio zwar schon einmal getroffen hatte, aber sich nicht an sie erinnern konnte, und sich dann später schuldig fühlte, weil er nicht bei ihr blieb, obwohl sie nur eine Nacht miteinander verbrachten. Im Endeffekt hatte das keine Auswirkung, auch wenn es natürlich noch für Band 2 wichtig werden könnte. Ich war auf jeden Fall verwirrt und nicht ganz überzeugt. Aber als Anführer der Greatcoats war er ansonsten ein toller Kerl und er hätte mehr Potenzial gehabt. Die meisten Charaktere fand ich generell aber gelungen und tiefgründiger als ich erwartet hätte. Besonders die Geschichte um den ermordeten König Paelis hat mir sehr gut gefallen.

Das Ende fand ich etwas wirr. Da ging es drunter und drüber und man ist kaum hinterher gekommen, auch wenn ich die Aufdeckungen sehr nachvollziehbar und gut inszeniert fand. Ich hatte allerdings fast schon befürchtet, dass gar nicht mehr herauskommen würde, was es mit den Charoite des Königs auf sich hat. Das fand ich auch ein wenig seltsam. Dass die Greatcoats zwar nach den Charoite suchen wollten, aber eigentlich nur selten einen Gedanken daran verschwendeten.

Der Schreibstil war wie gesagt sehr entgegenkommend, auch wenn ich mich erst einmal daran gewöhnen musste, denn für das Setting hätte ich erwartet, dass die Sprache eher mittelalterlich ausfällt. Gerade für solch einen düsteren, männlichen Roman hatte ich außerdem schlimmere Ausdrücke und Redewendungen erwartet, aber ich finde es gut, dass es sich dann doch in Grenzen hält.

Fazit: 
Bis auf meine zwischenzeitliche Verwirrtheit fand ich das Buch aber ganz gut. Es liest sich locker und ist nicht langweilig. Die Handlung springt hin und her und hat es in sich. Gute Kämpfe und gute Hintergrundgeschichten, aber auch das Setting ist genial. Ausbaufähig, aber durchaus ein solides Werk.

Gesamt: 3/5

Inhalt: 4/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3/5
Schreibstil: 3/5

Geschrieben am: 09.09.14

Dienstag, 9. Mai 2017

[Aktion] Gemeinsam Lesen #044


Diese Aktion leiten Summi und Naddlpaddl von Schlunzen-Bücher. Jeden Dienstag stellt man das Buch vor, das man aktuell liest und beantwortet noch eine zusätzliche Frage.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du? 

Gerade lese ich "Selkie" von Antonia Neumayer und bin auf S. 332.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite? 
»Ich konnte nicht schlafen«, sagte Kate rasch.
 3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ja, ich bin immer noch dran und diesmal liegt es wirklich nicht nur am Stress. Ich finde es nicht völlig schlecht, aber es reizt mich - gerade Dank Kate - gar nicht und mein Lieblingscharakter ist jetzt auch ein Weilchen nicht aufgetaucht. Ian und Kate sind immer noch sehr blass und die Handlung etwas gestelzt. Das einzig positive ist, dass noch unklar ist, worauf es hinausläuft, aber ich habe da auch schon den ein oder anderen Verdacht. Bis jetzt passiert aber wirklich nicht viel. Es werden nur Däumchen gedreht.

4. Ist es dir wichtig auch andere Menschen (z.B. deine eigenen Kinder, Freunde, Kollegen, Familie, etc.) fürs Lesen zu begeistern?

Ja, schon. Also, ich renne nicht herum und nerve jeden damit, zu lesen, aber ich möchte das schon weitergeben. Meinem Freund lese ich derzeit zum Beispiel die "Harry Potter"-Reihe vor und habe ihm auch schon öfter ein Buch in die Hand gedrückt. Gelesen hat er immer schon zwei davon, ein Fortschritt. Innerhalb meiner Familie wird tatsächlich eher weniger gelesen, aber ich weiß, dass ich daran nicht viel ändern kann. Freunde versuche ich schon ab und an zu begeistern, aber wer nicht liest, liest halt nicht. Wenn ich aber Kinder hätte, würde ich sie definitiv zu Bücherwürmern erziehen oder zumindest versuchen, ihnen die Liebe zum Buch einzuimpfen. Ich will gar nicht, dass sie 24/7 den Kopf in ein Buch gesteckt haben, aber Lesen ist etwas so wichtiges und schönes... Es ist schade, dass viele Menschen das nicht richtig schätzen oder Filme vorziehen, weil sie zu faul sind, um ihre Fantasie anzuknipsen. 

Montag, 8. Mai 2017

[Neuzugänge] #020 - Kaufrausch

Ein Buch lesen – 
für mich ist das das Erforschen eines Universums.
– Marguerite Duras

So schnell kann es gehen, wenn Ebooks im Angebot sind. Da explodiert dann doch mal der Neuzugänge-Beitrag. Während die ersten drei Bücher geplante Käufe waren, waren es die letzten beiden definitiv nicht, aber auf der anderen Seite haben alle Bücher zusammen knapp unter 31€ gekostet. Da kann man echt nicht meckern. Aber für Mai lege ich wohl erstmal wieder den Keuschheitsgürtel an. 

Kauf:

Der Marsianer von Andy Weir
Dieser Roman wurde ja auch schon verfilmt. An mir ging er trotzdem bisher vorbei, aber in letzter Zeit kam ich damit immer wieder in Berührung. Eine gute Freundin von mir hat es mir empfohlen, mein Freund wollte den Film mit mir gucken... Es war nur eine Frage der Zeit, dass ich es mir hole. Wer übrigens in Englisch fit ist und auch vor technischen Begriffen nicht zurückschreckt, sollte unbedingt zum Original greifen. Ich habe in die Leseprobe rein gelesen und das Original ist so viel spritziger. Übrigens habe ich das Paperback dem Taschenbuch wegen dem Cover vorgezogen - und was ist? Auf dem Paperback klebt ein "wunderschöner" Sticker mit der Fratze von Matt Damon...   

Der Astronaut Mark Watney war auf dem besten Weg, eine lebende Legende zu werden: Als einer der ersten Menschen in der Geschichte der Raumfahrt betritt er den Mars. Nun, sechs Tage später, ist Mark auf dem besten Weg, der erste Mensch zu werden, der auf dem Mars sterben wird: Bei einer Expedition auf dem Roten Planeten gerät er in einen Sandsturm, und als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Ausrüstung. Ohne Nahrung. Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Es ist der Beginn eines spektakulären Überlebenskampfes ...

Pretty Little Liars: The First Half 8-Book Collection von Sara Shepard 
Band 1-3 und Band 7 habe ich ja eigentlich auf Deutsch da. Aber bei einem Spottpreis von 4,99€ kann man echt nicht Nein sagen und so habe ich die Bücher endlich alle mal. Außerdem ist das Englisch darin wirklich nicht schwierig. Und da es Ebooks sind, kann ich sie auch mal zwischendurch im Bus oder Zug lesen.    

In Rosewood, majestic estates sprawl for acres, and Tiffany toggle bracelets dangle from every girl's wrist. But not all that glitters is gold, and the town harbors secrets darker than anyone could imagine—like the truth about what really happened the night Alison DiLaurentis went missing. . . . Sara Shepard's #1 New York Times bestselling Pretty Little Liars series is the inspiration for the hit ABC Family original TV show. This collection contains the first eight novels in the series, plus a sneak peek at The Perfectionists, the first book in a brand-new Sara Shepard series!

Pretty Little Liars: The Second Half 8-Book Collection von Sara Shepard 
Diese Bände sind deshalb so großartig, da sie bisher nicht ins Deutsche übersetzt wurden. Sprich: Ich muss nicht erst wechseln, sobald ich Band 11 lesen möchte. Denn das sähe im Bücherregal irgendwie blöd aus.  

In Rosewood, majestic estates sprawl for acres, and Tiffany toggle bracelets dangle from every girl's wrist. But not all that glitters is gold, and the town harbors secrets darker than anyone could imagine—like the truth about what really happened the night Alison DiLaurentis went missing. . . . Sara Shepard's #1 New York Times bestselling Pretty Little Liars series is the inspiration for the hit ABC Family original TV show. This collection contains the final eight novels in the series.

Ready Player One von Ernest Cline 
Auch dieses Buch wurde mir von der oben bereits erwähnten Freundin empfohlen. Nachdem ich es als Ebook im Angebot gesehen habe, musste ich zuschlagen. Die Meinungen gehen da zwar sehr auseinander, aber man bildet sie sich ja gerne auch selbst.   

Im Jahr 2044 ist die Welt ein hässlicher Ort: Die Erdölvorräte sind aufgebraucht, ein Großteil der Bevölkerung lebt in Armut. Einziger Lichtblick ist die OASIS, eine virtuelle Ersatzwelt, in der man leben, arbeiten, zur Schule gehen und spielen kann. Die OASIS ist ein ganzes Universum, es gibt Tausende von Welten, von denen jede ebenso einzigartig wie phantasievoll ist. Und sie hat ein Geheimnis. Der exzentrische Schöpfer der OASIS hat tief im virtuellen Code einen Schatz vergraben, und wer ihn findet, wird seinen gesamten Besitz erben – zweihundertvierzig Milliarden Dollar. Eine Reihe von Rätseln weist den Weg, doch der Haken ist: Niemand weiß, wo die Fährte beginnt. Bis Wade Watts, ein ganz normaler Junge, der am Stadtrand von Oklahoma City in einem Wohnwagen lebt, den ersten wirklich brauchbaren Hinweis findet. Die Jagd ist eröffnet ...

Being Beastly - Der Fluch der Schönheit von Jennifer Alice Jager 
Einen Roman von ihr habe ich bereits auf meinem Ebook-SuB liegen. Auch dieses Ebook war im Angebot, weswegen ich zugeschlagen habe. Das hier ist wohl eine Adaption auf "Die Schöne und das Biest".    

Als die schöne Valeria erfährt, wen sie heiraten soll, ist ihr wohlbehütetes Leben auf einen Schlag vorbei. Um den jungen Grafen Westwood ranken sich Schauergeschichten von einem Fluch und ihr neues Heim gleicht eher einer Ruine als einem herrschaftlichen Herrenhaus. Auch Westwood selbst benimmt sich ihr gegenüber mehr wie ein eiskaltes Biest und nicht wie der Mann von Stand, der er eigentlich sein sollte. Doch dann stößt Valeria in einem verstaubten Raum auf magische Windlichter, die jedes für sich ein Geheimnis bergen. Sie zeigen Valeria einen ganz anderen Grafen, voller Freundlichkeit und Güte…

Habt ihr einen der Romane schon gelesen? Wie hat er euch gefallen? Oder liegt er noch auf eurem SuB oder steht auf eurem Wunschzettel? Kennt ihr vielleicht den Film zum Marsianer? Oder die Serie von Pretty Little Liars? 

Freitag, 5. Mai 2017

[Vergleich] Buch vs. Film - Seelen von Stephenie Meyer

Ich hatte ja bereits angekündigt, dass ich demnächst einen Vergleich zwischen dem Roman Seelen von Stephenie Meyer und seiner Filmversion ziehen möchte. Den Film hatte ich bis dato nur einmal gesehen und ich weiß noch, dass ich ihn mäßig fand. Dennoch gibt es ja viele Leute, die den Film zu einem Buch gesehen haben, ohne das eigentliche Werk gelesen zu haben und sich vielleicht fragen, ob es das Buch überhaupt wert ist. Im Zweifel spricht eigentlich nie etwas gegen das Buch, da die meisten Verfilmungen vergleichsweise schlecht abschneiden, aber in diesem Beitrag soll es nicht um einen allgemeinen Verriss von Buchadaptionen gehen.  

     vs.     

Oben verlinkt findet ihr meine Rezension zum Buch, die ich 2011 nach erstmaligem Lesen geschrieben hatte. Im folgenden werde ich eine spoilerfreie und eine mit Spoilern gespickte Begründung anführen, welche Version ich vorziehe und warum und inwiefern sich beide Medien unterscheiden. Dabei gehe ich immer vom Buch aus und beziehe den Film darauf.Beide habe ich zu dem Zweck noch einmal gelesen bzw. angesehen.

Faktische Daten
Das Buch Seelen von Stephenie Meyer ist 2008 erschienen und reiht sich ins Genre Science-Fiction ein. Ursprünglich sollte es eine Reihe werden, bis heute ist aber kein weiterer Band publiziert worden. Mit 864 Seiten ist das Werk für eine Verfilmung eine Herausforderung. Obwohl die Filmrechte schon frühzeitig erworben wurden und es lange Gespräche über einen möglichen Film gab, erschien dieser erst 2013 unter der Regie von Andrew Niccol. 

Buch-Klappentext
»Seit jener ersten Nacht, in der ich geschrien habe, als ich die Narbe in seinem Nacken ertastete, hat er mich nicht mehr geküsst. Will er mich nicht mehr küssen? Sollte ich ihn vielleicht küssen? Und wenn er das nicht mag? Ich überlege, ob er wirklich so gut aussieht, wie ich glaube, oder ob es mir nur so vorkommt, weil er außer mir und Jamie der einzige Mensch auf der ganzen Welt ist. Er drückt meine Hand und mein Herz donnert gegen meine Rippen. Es schmerzt, dieses Glück.« 

Planet Erde, irgendwann in der Zukunft. Fast die gesamte Menschheit ist von sogenannten Seelen besetzt. Diese nisten sich in die menschlichen Körper ein und übernehmen sie vollständig - nur wenige Menschen leisten noch Widerstand und überleben in den Bergen, Wüsten und Wäldern. Eine von ihnen ist Melanie. Als sie schließlich doch gefasst wird, wehrt sie sich mit aller Kraft dagegen, aus ihrem Körper verdrängt zu werden und teilt ihn fortan notgedrungen mit der Seele Wanda. Verzweifelt kämpft sie darum, ihren Geliebten Jared wiederzufinden, der sich mit anderen Rebellen in der Wüste versteckt hält - und im Bann von Melanies leidenschaftlichen Gefühlen und Erinnerungen sehnt sich auch Wanda mehr und mehr nach Jared, den sie nie getroffen hat ...

Besprechung mit Spoiler
Was soll ich sagen? Beim direkten, zeitnahen Vergleich von Buch und Film sind mir viele Unterschiede aufgefallen, aber auch einige wirklich exakt übernommene Dialoge. Ich versuche es einfach mal chronologisch zu halten. 
Als erstes kommt natürlich die Anfangsszene, in der Wanda Melanies Erinnerungen durchlebt und aufwacht. Das war knapp, viel zu knapp. Gerade der Aufwachmoment selbst wird im Buch richtig zelebriert und man lernt da bereits die Sucherin sehr gut von ihrer schlimmsten Seite kennen. Im Film ist das eher mäßig gelungen. 
Allerdings wurden auch viele Hintergrundinformationen geändert. Der Vater wird im Film ganz anders dargestellt, was zwar ganz nett war, aber einfach nicht passt, wenn man die Vorlage kennt. Ein bisschen verhöhnt die Szene das Buch. Auch der Hintergrund, warum und wie Melanie überhaupt gefasst wurde, ist völlig verdreht. Ganz andere Gründe werden da genannt und die wirken eher an den Haaren herbeigezogen. Auch Jamie taucht viel zu früh auf. Im Buch hütet Melanie ihren Bruder wie ihren größten Schatz, aber im Film ist das quasi die erste Information, an die Wanda herankommt. Dafür war der Traum mit Jared wirklich gut. Da kann man gar nicht meckern, weil die Szene quasi 1:1 übernommen wurde. Seien wir doch mal ehrlich: Melanie scheint im Film Jared deutlich mehr zu lieben als ihren Bruder.
Schade ist, dass Wandas Hintergrund völlig außen vor gelassen wird im Film. Im Buch lernt man sie kennen und mögen. Im Film wirkt sie eigentlich eher wie jemand, der benutzt wird. Als wäre sie keine eigenständige Person. Dadurch wirkt die Geschichte zwischen ihr und Melanie nicht ganz so glaubwürdig. Wanda wird vollkommen auf ihre Sehnsucht nach Jared und Jamie reduziert.
Melanie ist dafür umso aktiver. Im Buch ist sie ja manchmal schon fast zu still, aber im Film redet sie pausenlos und abgesehen mal davon haben die beiden fast ein bisschen Rollen getauscht. Während Melanie im Buch die Aggressive und Wanda die Vernünftige ist, ist es im Film eher andersrum. Dadurch wirkt Wanda übrigens auch nicht wirklich wie eine Seele. Gerade gegenüber anderen Seelen verhält sie sich völlig untypisch, obwohl sie eigentlich in ihrer Sanftheit eine Seele aus dem Bilderbuch ist - jedenfalls im Buch. Ehrlich gesagt führt das nur dazu, dass man am Sanftmut der Seelen zweifelt oder sich fragt, ob Wanda speziell einfach einen Knacks weg hat.
Über die Sucher im Film kann man sich vermutlich streiten. Ja, es ist gut gemacht, dass sie hier eine aktive Perspektive bekommen, weil man bei Filmen nun einmal nicht nur den Protagonisten verfolgen kann, aber wer um alles in der Welt ist denn bitte auf die Idee gekommen, die Sucherin in schwarz weiß anzuziehen? Ich verstehe schon, dass die Seelen sich als sanfte Rasse sehen und die Farbe weiß ihre Unschuld unterstreicht. Aber wenn ein Charakter deutlich mit einer Farbe verbunden wird, kann man das doch nicht einfach ändern. Abgesehen mal davon, dass es ja ihr Markenzeichen ist. Dadurch weiß Wanda sofort, dass Jared und Ian von ihr reden und nicht von irgendeiner anderen Sucherin. Und apropos...im Buch kennt die Sucherin die Linien, die Melanie Wanda zeigt - abgesehen mal davon, dass Melanie im Film genau zu wissen scheint, was es mit denen auf sich hat, was im Buch absolut nicht so ist und die Spannung steigert. Das ist vielleicht nicht zwingend wichtig, aber es ist schade, dass die Prioritäten von Melanie so stark verschoben werden. 
Am Schlimmsten war im Film vermutlich dieser völlig sinnlose, aufgebauschte Autounfall. Im Buch entscheidet Wanda selbst Melanie zu helfen. Im Buch gibt es dafür eine sanfte Lösung. Sie hat sogar eine Menge Wasser dabei. Aber gut, vergessen wir die Rationen und lassen Wanda/Melanie einfach mal ohne alles durch die Wüste torkeln, in Schuhen mit Absätzen. Wanda an sich ist ja nun kein Charakter, der sich gut wehren kann, aber so hilflos wie sie im Film dargestellt wird, ist sie bei weitem nicht. Man merkt einfach mit jeder Minute mehr, wie sehr sich die Handlung auf Melanie fixiert und sie in den Vordergrund stellt, weil sie ja der Mensch ist. Als wäre Wanda der wahre Wirt und nicht Melanie. 
Bis zu diesem Punkt ist das Buch eine lange Zeit sehr zäh. Die Wüstenszene liest sich quälend langsam, aber die Filmumsetzung war dafür frustrierend. Das Danach ernüchtert schließlich. Zwar werden die Szenen anfangs überwiegend akkurat wiedergegeben, aber Jamies Auftritt kommt viel zu früh. Die ganze Begegnung ist völlig falsch. 
Und dieses "Loch", in dem Wanda haust, ist hier so komfortabel, wie ich mir im Buch die wirklichen Zimmer der Leute vorgestellt habe. Wanda geht es da richtig gut. Man merkt die bedrohliche Situation kaum. 
Ians Einlenken vollzieht sich auch viel zu schnell. Gut, es ist in einem Film immer schwieriger einen längeren Zeitabschnitt darzustellen, aber man hat das Gefühl, dass Ian sie einen Tag später schon mag, obwohl es eine Weile dauert bis er und Wanda quasi Freunde werden. Generell ging das viel zu schnell. Sie reden kaum miteinander, machen kaum etwas miteinander, aber trotzdem funkt es. Das macht so gar keinen Sinn, auch wenn klar ist, dass man hier nicht die Zeit hatte, um eine ausgiebige Liebesgeschichte einzuleiten. 
Auch der Helikopter kommt viel zu früh. Generell wird die ganze Sucherproblematik viel weiter vorverlegt. Das liegt vermutlich daran, dass es sonst weiter hätte gestreckt werden müssen. Zumindest bekommt man hier noch einmal einen Einblick auf die Hartnäckigkeit der Sucherin.
Eine süße Bereicherung für den Film waren die Glühwürmchen. Die waren zwar absolut unnötig, aber haben dem Film ein bisschen Charme gegeben und gezeigt, dass es auch positive Änderungen gibt. 
Achja, Jamies Wunde...im Grunde haben sie das im Film ganz nett gelöst. Im Buch ist er ja auf Tour mit Jared und fällt dann in sein Messer. Im Film passiert das Ganze aber während der Szene mit den Helikoptern. Später greift Melanie dann die Buchszene auf und meint, sie wäre in ein Messer gefallen, als sie gefragt wird, wo sie die Wunde her hat. Letztendlich wirkt diese Szene im Film tatsächlich glaubwürdiger, da Jamies Wunde nicht wie aus dem Nichts da ist, auch wenn die Zeit, in der sie sich zu infizieren beginnt, dafür umso länger andauert. 
Heftig war die Verfolgungsjagd mit den Suchern. Naja, Action wird bei so einem Film wirklich gebraucht und ich verstehe, dass das nötig war, weil Stephenie Meyer in ihrem Buch sehr selten an die Grenzen des Möglichen stößt. Aber das war trotzdem eine extreme Szene. Sehr gewagt. Natürlich soll damit wieder betont werden, dass die Sucher gefährlich sind, aber das wird fast schon überspitzt. 
Ich weiß einfach nicht, was ich davon halten soll. Wanda, Melanie und die Sucher verhalten sich einfach so anders. Und man lernt eigentlich gar keine wirklich netten Seelen kennen. 
Jared wieder ist viel zu nett. Ja, er ist auch im Film kein Sonnenschein, aber irgendwie wirkt er nicht richtig konsistent und die Kussszene zwischen ihm und Wanda/Melanie war völlig falsch. 
Danach kommt dann natürlich die Szene mit Kyle. Hier hat der Film mich wirklich enttäuscht. Im Buch kämpft Wanda wirklich um ihr Überleben. Im Film wird die Szene so harmlos dargestellt. Dadurch hat sie einiges an Glaubwürdigkeit eingebüßt, immerhin ist sie im Buch wirklich zentral und tritt einige Steine los. 
Aber die schlimmste Änderung ist die Szene mit Ian und Wanda, als sie die Höhlen verlassen. Ich weiß wirklich nicht, was die sich beim Drehen dabei gedacht haben, aber alle sorgen sich darum, dass Wanda sie verraten könnte und Ian spaziert mit ihr einfach mal raus und führt mit ihr romantische Gespräch. Ja, ist klar. 
Die weiteren Szenen sind im Großen und Ganzen zwar nicht immer völlig akkurat, aber meistens doch recht nah am Original.Das Ende wiederum ist wieder eine Enttäuschung. Es wird so viel weggelassen, wodurch man gar nicht richtig versteht, warum Wanda plötzlich in einem neuen Körper ist. Und die Szene mit der anderen Menschengruppe war zwar an und für sich etwas actionreicher, aber irgendwie auch doof. 
Ja, der Film ist nah am Original und es werden meist nur Hintergründe verändert, aber das meistens in einer Weise, die das ganze Konzept verzerrt. Gerade, dass Melanie so präsent ist, passt überhaupt nicht richtig rein und lässt Wanda immer wie eine Marionette wirken, weil sie nur tut, was Melanie ihr sagt. Und dann schafft sie es auch noch häufig, die Kontrolle zu übernehmen. 
Ja, bei einem Film muss man auf andere Dinge achten, aber das sorgt in diesem Fall dafür, dass der Film eine ganz andere Botschaft vermittelt, eine andere Wirkung erzeugt und andere Sympathien weckt. Jedenfalls kann hier keine richtige Sympathie mit Wanda entstehen, weil Melanie immer präsent ist. 

Besprechung ohne Spoiler
Die meisten Szenen sind 1:1 übernommen oder nur leicht abgeändert worden. Dialoge wurden oft wortgetreu wiedergegeben. Dennoch gibt es viele inhaltliche Änderungen, die Film und Buch vollkommen unterscheiden. 
Die Handlung an sich ändert sich eigentlich gar nicht. Von Anfang bis Ende kommt das gleiche raus, auch wenn vielleicht ein paar Szenen geändert wurden. Ein paar darunter sind allerdings wirklich massive Eingriffe in den Originalplot. Der Weg kann auch entscheidend sein, nicht nur das Ziel. Und im Film wird dies völlig außer Acht gelassen. Die Hintergründe zu Melanie und ihrem Verhalten werden komplett geändert. Im Kern mag es vielleicht nicht wichtig sein, wie Melanie gefasst wird oder in welcher Reihenfolge sie die Informationen an Wanda durchsickern lässt, aber im Buch macht es Sinn und gibt ihr Charakter, während es im Film ein bisschen willkürlich wirkt. 
Es wurden auch neue Szenen eingebaut, die hauptsächlich mit den Suchern zu tun haben und ihre Sicht der Dinge zeigen. Natürlich werden sie dabei nicht positiv konnotiert, aber man hängt eben nicht nur bei Wanda fest, sondern bekommt auch die Geschehnisse in der Außenwelt, die im Buch manchmal paraphrasiert wurden, zu sehen. 
Die Hauptcharaktere kann man nicht mehr mit der Vorlage vergleichen. Das muss man leider so sagen. Melanie ist im Film die Märtyrerin, während Wanda nie richtig als Figur akzeptiert wird. Der Fokus liegt sehr stark auf den Menschen. Ja, im Buch kann man Wanda besser darstellen, weil sie viel denkt und wenig redet, aber seltsamerweise wird sie im Buch teilweise aggressiver dargestellt als Melanie, obwohl die Seelen eine friedliche Rasse sind. Letztendlich heißt das eigentlich, dass Melanies ständige Präsenz absolut nervtötend ist und Wanda überhaupt keinen richtigen Charakter hat.
Die Liebesgeschichte ist gleichzeitig originalgetreu und aufgebauscht. Also, es geht ja um eine Dreiecksgeschichte und der eine Teil wird wirklich gut und präzise dargestellt. Der andere wiederum wird noch intensiviert. Gut, im Rahmen des Films macht das vielleicht Sinn, weil man hier nicht so leicht merkt, was läuft, aber es wird auf falsche Art inszeniert.
Ein Lichtblick ist der Soundtrack, der wirklich toll ist und dem Film Atmosphäre gibt. 
Man muss sich natürlich vor Augen halten, dass hier ein 864-Seiten-Buch auf 2 Stunden heruntergebrochen werden muss. Selbstverständlich kann man da nicht alles 1:1 übernehmen oder einbringen. Und dann ist es ja auch noch eine Frage der Ressourcen. Wenn das Budget nicht viel hergibt, kann man ohnehin nicht alles so umsetzen wie gewünscht. Trotzdem ist der Film eine verzerrte Variante. Wer Melanie favorisiert, wird sich freuen. Wanda-Fans werden allerdings enttäuscht. 

Fazit
Man könnte noch viel weiter darüber diskutieren und jede Szene aufschlüsseln und gegenüber stellen, aber das Wichtigste ist vermutlich gesagt. Während das Buch sich sehr auf die Charaktere und ihre Hintergründe bezieht und dies auf die Handlung ausweitet, werden die Charaktere im Film hinten angestellt. Hier ist der Plot wichtiger und alles wird darauf reduziert. Wenn etwas im Film nicht überzeugend dargestellt werden kann, wird einfach eine neue Szene eingeschoben, die meistens nicht ganz stimmig ist. Ich kann nur sagen, dass sich das Buch viel mehr lohnt und mehr Einblicke in die Welt, ihre Charaktere und Geschichte gibt. Man hat nicht das Gefühl, alles so vor den Kopf geknallt zu bekommen. Und die Charaktere verhalten sich außerdem logisch. Der Film ist nicht schlecht, aber hat einige Logikbrüche und macht es dem Zuschauer eigentlich unmöglich, mit der Protagonistin zu sympathisieren. 

Buch


Film

Donnerstag, 4. Mai 2017

[Rezension] Das Vermächtnis des Alchemisten von Kevin Sands

Titel: Das Vermächtnis des Alchemisten
Reihe: Der Blackthorn-Code
Band: 1
Autor: Kevin Sands
Genre: Abenteuer-Kinderroman
Erscheinungsdatum: 14.10.2016
Seiten: 336
Verlag: dtv Junior
Format: Hardcover
ISBN-13: 978-3-423-76148-2
Originalpreis: 15,95€

Kurzbeschreibung: 
»Verrate es niemandem« 

Bis zu dieser rätselhaften Warnung war Christopher Rowe eigentlich zufrieden mit seinem Leben als Lehrling des Apothekermeisters und Alchemisten Benedict Blackthorn. Er hatte ein Dach über dem Kopf, sein Meister lehrte ihn nicht nur, wie man Mittel gegen Warzen herstellt, sondern auch wie man verschlüsselte Botschaften knackt und Rätsel löst. Doch das alles ändert sich, als eine Serie mysteriöser Morde London heimsucht. Fast immer sind es Alchemisten, die getötet werden. Christopher spürt, dass sein Meister in Gefahr ist. Ihm bleibt nur wenig Zeit, die Mörder zu enttarnen und hinter ein Geheimnis zu kommen, das so mächtig ist, dass es die Welt zerstören kann … 

Meinung: 
Das Kinderbuch schmückt ein farbintensives Cover mit Anspielungen auf Thema und Inhalt. Die Beschreibung dazu macht neugierig und gibt gleichzeitig Auskunft über das Setting und ist dabei gleichzeitig sehr informativ gehalten, aber verrät nichts Wichtiges. Gerade Rätsel in Kombination mit Verschwörungen und Morden als Stoff eines Romans finde ich persönlich sehr interessant und sind gerade für junge Leser auch reizvoll.

Die Handlung hält sich auch sehr präzise an diese Motive und es wird keine Seite mit Nichtigkeiten verschwendet. Das sorgt einerseits dafür, dass der Plot präzise ist und sich ein klar erkennbarer roter Faden durchs Buch zieht, es dem Buch aber auch ein bisschen an Persönlichkeit fehlt, da es keine Szenen gibt, die einfach nur der Untermalung dienen. Der Anfang zieht sich etwas und zugegebenermaßen kam dadurch das Ende für mich umso überraschender. Generell ist der Roman sehr jugendlich, fast schon kindlich gehalten, was auch zur Zielgruppe passt. Es baut sich eine historische Atmosphäre auf, die sehr zum Lesevergnügen beiträgt. Man hat das Gefühl, wirklich im London jener Zeit zu sein. Die Geschichte um den verschlüsselten Code herum, den Christopher lösen muss, fand ich sehr interessant und letztendlich kann man beim genauen Lesen auch selbst frühzeitig auf den Mörder kommen. Überraschenderweise gibt es einige Action- und Kampfszenen im Buch, die sehr knackig und clever waren. Schön war auch, dass Freundschaft hier ein sehr wichtiges Thema ist. Das Ende wird von hinten aufgelöst, was auch sehr interessant ist. Generell bietet das Buch viel starke Handlung, aber es fehlen ein bisschen die Zwischenmomente, in denen die Charaktere im Fokus stehen.

Christopher war ein sehr passender Protagonist für die Geschichte. Er wirkt sehr sympathisch, gerade weil er ein eher intelligenter Junge ist, der dafür wenig Kraft besitzt. Das wurde sehr gut umgesetzt, da er sich seine Auswege immer durch logisches Denken sucht und oft auch mal Rückschläge erleidet, weil er eben kein Muskelpaket ist. Dadurch wirkt er auch nicht zu stark, sondern ausgeglichen. Dennoch muss ich sagen, dass mir die Charaktere im Buch viel zu kurz kamen, auch Christopher. Alle werden auf die Geschichte reduziert und nur grob beschrieben. Es passt zwar zur Geschichte, vor allem weil es ja ein Buch für Kinder ist, aber dennoch ist es schade, weil man mit Christopher so nicht ganz so sehr mitfühlen konnte.

Auch die Ich-Perspektive kann das nicht wirklich ändern. Der Schreibstil war recht einfach gehalten, schafft es aber trotzdem die historische Atmosphäre zu stützen. Es gibt viele Dialoge, aber auch mal längere Absätze. Das wechselt sich aber recht gut ab, so dass es nicht zu viel wird. Die Kapitel werden noch einmal in Abschnitte unterteilt, die Tagen zugeordnet sind, was ich persönlich sehr praktisch fand, da man so einen Überblick darüber hatte, in welchem Zeitraum sich das Ganze abspielt.

Der Roman ist eine Mischung aus alten und neuen Ideen. Der Waisenjunge ist ein alter Hut, so wie auch der überfreundliche Meister. Dafür war die Idee rund um das Apothekenwesen herum sehr interessant und gerade die Rätsel bringen ein bisschen Pepp in die Sache. Es zieht sich trotzdem ein bisschen, aber gerade das Ende läuft Zack auf Zack ab. Gerade in der Kindersparte ist dieser Roman mit Sicherheit ein Gewinn, gerade auch durch die behandelten Themen. Mir persönlich fehlte es an Detailtiefe, aber für ein Kinderbuch war es passend.

Fazit:
„Das Vermächtnis des Alchemisten“ ist ein verheißungsvoller Auftakt einer Kinderbuchreihe, die durch ihr Thema durchaus auch Erwachsene ansprechen kann. Rätsel, Alchemie und Freundschaft – das sind nur einige zentrale Punkte, die behandelt werden.

Inhalt: 4/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3/5
Schreibstil: 4/5

Gesamt: